SF Drensteinfurt I – SF Olfen II 4,5:3,5

Hauptsache gewonnen...

Endlich konnten wir mal wieder ein Spiel gewinnen. Aufgrund einer Großveranstaltung spielten wir erneut in der Alten Post und behielten mit ganz viel Dusel gegen die SF Olfen II mit 4,5:3,5 die Oberhand. Aber der Reihe nach.

Wir mussten mit Thomas und Martin aus verschiedenen Gründen zwei Stammspieler ersetzen, für die dankenswerterweise Johann und Joscha einsprangen, die aufgrund der Tabellenführung in der Kreisliga vor Selbstvertrauen nur so strotzten. Wir waren uns einige, dass dieser Mannschaftskampf unbedingt gewonnen werden musste, um endlich mal doppelt zu punkten, die Remisflut der letzten Kämpfe einzudämmen und uns zusätzlich vom Tabellenende abzusetzen.

Johann fackelte auch nicht lange, hatte schon nach der Eröffnung entscheidenden Vorteil und brachte als Erster seine Partie nach Hause. Die beruhigende Führung (1:0).

Als ich dann mal durch die Reihen ging und auf die Bretter schaute, sah es eigentlich gut für uns aus. Alle kamen gut aus den Eröffnungen, kein Spieler stand kritisch und hier und da sah ich Vorteile auf unserer Seite. „Läuft“, dachte ich.

Doch plötzlich konnte Olfen ausgleichen. Roland war schon weg und mir wurde gesagt, dass er verloren hatte. Ihn hatte ich mit einem gesunden Mehrbauern auf Gewinn gesehen, doch spielte er anscheinend zu passiv und stellte seinen wichtigsten Bauern ein. (1:1)

Joscha sorgte dann für die erneute Führung. Wie immer spielte er total angriffslustig und schaute dabei nicht aufs Material. Normalerweise hat die Dame gegen zwei Türme plus Läufer ja das Nachsehen, aber nicht in seiner Partie. Die gefräßige Tante schluckte einen Bauern nach dem anderen, stellte Drohungen ohne Ende auf und wirbelte die schlecht stehenden Figuren seines Gegners durcheinander. Als letztendlich ein Turm fiel, hatte sein Gegenüber ein Einsehen und gab auf. Stark gespielt (2:1).

Doch auch diese Führung hielt nicht lange. Bernds Partie stand sehr lange ausgeglichen. Hier hatte ich fest mit einem Remis gerechnet. Doch irgendwo patzte er wohl schwer und musste direkt aufgeben. Genau gesehen habe ich es nicht, aber es fehlte irgendwie seine Dame... (2:2)

Meine Partie war fürchterlich. Eigentlich ging es gut los, da mein Gegner eine Eröffnung wählte, die ich ganz gut kenne und gerne spiele. Ich konnte auch direkt einen wichtigen Zentrumsbauern gewinnen und fühlte mich gut in der Stellung. Leider hatte ich anschließend totale Konzentrationsprobleme und habe nichts mehr richtig gerechnet. Nach einem kapitalen Bock musste ich den Bauern wiedergeben, konnte dafür aber mit Dame und Turm auf die 7. Reihe eindringen. Hier war die Partie klar gewonnen, wie die Pizza-Analyse zeigte, doch spielte ich in der Folge wieder fürchterliche Züge, die eine Springergabel zuließen. Dass ich nach der Gabel direkt in ein Remis durch Dauerschach entkommen konnte, war mehr Glück als Verstand (2,5:2,5).

Jetzt kam die Zeitnotphase und Pauls Gegner war ganz knapp unterwegs. Weniger als eine Minute für ca. 10 Züge, dazu noch einen Bauern hinten. Es kam, wie es kommen musste: Matt in 1 übersehen, erneute Führung für uns. (3,5:2,5)

Aber macht nix. Wir können das auch. Marco hatte eine sehr komplizierte Stellung auf dem Brett. Hier war auf beiden Seiten ein ungenauer Zug gleichbedeutend mit dem Partieverlust. Leider hatte hier Marcos Gegner mehr Zeit um genauer zu rechnen. In höchster Zeitnot griff Marco fehl und musste aufgeben (3,5:3,5).

So lag es mal wieder an Yannic, den Mannschaftssieg zu sichern. Aber in der Alten Post hat er einfach einen Lauf. Zwar spielte er auch nicht sein bestes Schach (sein Gegner fand auf einen sehr schlechten Läuferzug nicht die richtige Antwort), doch konnte er sich im tiefen Mittelspiel auf sein kombinatorisches Geschick verlassen und zwang seinen Gegner damit zur Aufgabe. (4,5:3,5)

So galt es nach dem Mannschaftskampf einmal tief durchzuschnaufen und sich über die zwei Punkte zu freuen. Irgendwie hatten wir das Gefühl, dass die sympathischen Olfener einen Mannschaftspunkt verdient gehabt hätten, doch diesmal war das Glück auf unserer Seite.

Weiter geht’s am 17.3. gegen Dülmen IV. Dort haben wir die Chance, den Klassenerhalt perfekt zu machen.

Daniel Tillkorn