SF Drensteinfurt I – SG Nordkirchen I 4:4

4:4 verloren...

So fühlte sich das am Ende eines kuriosen Mannschaftskampfes an, obwohl wir letztendlich sogar mit dem einen Mannschaftspunkt zufrieden sein mussten.

Zum Auftakt bescherte uns das Los ein Heimspiel gegen Absteiger Nordkirchen. Bis auf Roland, der privat verhindert war, konnte ich unsere Bestbesetzung auf´s Feld schicken. Für ihn sprang unser Spitzenbrett der zweiten Mannschaft Christophe ein.

Fast alle kamen sehr ordentlich oder besser aus den Eröffnungen, nur bei Joscha und Werner schaute das nicht so prickelnd aus. Werner hatte seltsame Löcher in seiner schwarzen Stellung, doch sein Gegner vermochte das nicht auszunutzen. Nachdem im Endspiel fast alles abgetauscht wurde, stand es folgerichtig 0,5:0,5.

Marco spielte seine erste Partie seit Mai, aber es schien, als hätte ihm die Pause gut getan. Sehr kreativ entwickelte er einen starken Angriff auf dem Königsflügel, der ihm nach einigen seiner gefürchteten Springermanöver den entscheidenden Einschlag und damit den Sieg brachte (1,5:0,5).

Anschließend hatten wir unseren ersten Matchball, den wir aber ins Netz schlugen: An Brett 8 spielte Christophe groß auf und konnte im frühen Mittelspiel nach einer sehr guten Eröffnung die Qualle gewinnen. Hier bin ich gar nicht mehr auf die Idee gekommen, dass sich Schwarz noch ins Remis retten könnte, so klar gewonnen war die Stellung, was der Computer in der Analyse auch mit +6,5 für Weiß bestätigte. Doch unverhofft kommt oft, sein Gegner gab nicht auf, spielte ein paar gute Züge und Christophe fand keine Lösung die Partie zu Ende zu bringen. Nach Materialausgleich einigte man sich auf Remis (2:1).

Joscha gab seine Premiere in der ersten Mannschaft, die leider nicht gut für ihn ausging. Schon bald nach der Eröffnung fehlte eine Puppe und der angetäuschte Angriff auf den Königsflügel war irgendwie keiner. Sein routinierter Gegner hatte keine Probleme und brachte die Partie sicher nach Hause (2:2).

Ich kam gut aus der Eröffnung und konnte schnell alle Puppen entwickeln, da mein Gegner zu langsam spielte. In der Folge versuchte ich am Damenflügel Druck zu entwickeln, doch war nicht abzusehen, wie ich entscheidenden Vorteil erzielen konnte. Gerade als es so aussah, als ob Weiß wieder Ausgleich bekommt, indem er einen starken Springervorposten auf c6 installierte, entpuppte sich ausgerechnet dieser als Verlustzug, da die Dame kein Rückzugsfeld mehr hatte und verloren ging (3:2).

Matchball Nummer zwei vergab Bernd, indem er diesen weit ins Aus schlug: Nach einer tadellos geführten Partie, die nur einen Sieger sehen durfte, hatte Bernd einen totalen Blackout. Mit einer Qualle mehr und der viel besseren Struktur spielte sein Gegner nur noch aufgrund eines Freibauern, der aber vom weißen König geblockt wurde, weiter. Im Endspiel T,T und 2 Bauern gegen T, L und ein Bauern schien Schwarz hoffnungslos verloren. Doch patzte Bernd schwer, stellte einen Turm ein und gab wütend und enttäuscht sofort auf. Doch nach einem weiteren Blick auf´s Brett stellte sich heraus, dass auch nach dem Turmverlust die Partie nicht verloren, sondern einfach Remis war, da Schwarz ohne Bauern nicht gewinnen kann. Doppelt bitter (3:3).

Der Rest ist schnell erzählt. Paul hätte auch gewinnen müssen, er stand lange klar besser, doch übersah er am Ende eine Springergabel. Zwar hatte er dafür zwei Bauern bekommen, doch diese reichten nicht, um die Partie zu gewinnen (3,5:3,5).

Ganz vorne spielte Yannic am Anfang gut, doch irgendwo kippte die Partie zu Gunsten seines Gegners. Um nicht unter zu gehen, opferte Yannic eine Figur für zwei Bauern, was am Ende ausreichte, um ins Remis zu entkommen (4:4).

Wir müssen also vor Allem an unserer Chancenverwertung arbeiten und es am nächsten Spieltag gegen Coerde besser machen.

Daniel Tillkorn