Teutonia Coerde    -    SF Drensteinfurt 1        1,5:6,5

Ausnahmsweise mal aus einer anderen Sicht erzählt.

Unser zweites Spiel würde am Samstag in Coerde losgehen, sagten sie. Doch für mich startete der Kampf schon am Freitag. Abends gegen 8 bekam ich von Tilly die Nachricht, dass ich mir was anderes vornehmen könne, weil unsere Gegner Brett 1 frei lassen würden (0 : 1).
Da ich sowieso nach Münster musste, sicherte ich zu, dass ich etwas später nachkommen würde, um mir die Spiele anzusehen. Doch erstens kommt es anders und zweitens....
Gegen 7 Uhr wollte ich von der Bushaltestelle Hautklinik aus nach Coerde fahren. Da ich einen Bus verpasste, nahm ich den nächsten, welcher aber nicht über Altstadt/Bült fahren würde. Aber weil ich irgendwie in Erinnerung hatte, dass die Linie 6 über die Steinfurter Straße fährt, dachte ich mir, dass ich auch am Landgericht aussteigen und dort hin laufen könne.

Nachdem ich am Landgericht ausgestiegen war und gerade über den Schlossplatz lief, bekam ich die erste Nachricht von Tilly. Es stand bereits 4:1 für uns. Werner und Joscha hatten gewonnen und Bernd und Tilly hatten sich mit ihren Gegnern auf Remis geeinigt. Einerseits gute Nachricht, dachte ich mir, andererseits wollte ich ja auch noch ein paar Partien sehen.
Na gut, dann einfach etwas schneller laufen. An der Bushaltestelle Steinfurter Straße angekommen, bemerkte ich, dass die Linie 6 hier nicht mehr herfährt....Fahrplanumstellung....wer hätte das auch wissen können, die war ja erst vor knapp 4 Jahren. Nächste Nachricht, Roland Remis (1,5 : 4,5). Bernd erzählte uns später, dass Roland wohl mithilfe eines Damentauschs ein Eindringen seines Läufers in die Gegnerische Bauernstellung hätte erzwingen und damit die Partie gewinnen können, schade!

Jetzt wurde es ernst. Also neuer Plan: Ich laufe zur Dreifaltigkeitskirch, fahre den Ring entlang und dann ein paar Haltestellen später wirklich in die Linie 6 einsteigen!
Gerade an der Dreifaltigkeitskirche angekommen und festgestellt, dass der nächste Bus etwa in 5 Minuten kommt, erhalte ich die nächste Nachricht: Paul hat gewonnen (1,5 : 5,5).

Nachdem ich endlich mit der Ringlinie weitergefahren war und die Möglichkeit hatte umzusteigen, fuhr gerade ein Bus weg. Aber es ist alles ok, dachte ich. Der war sowieso nicht eingeplant und ich hoffte einfach darauf, dass Frank noch ein bisschen spielen würde. Eigentlich gar nicht mal so abwegig, immerhin war es noch nicht einmal 8 Uhr und damit noch vor der Zeitkontrolle.
Noch kurz an der Bushaltestelle einen Kaffee geholt und dann in die Linie 6 eingestiegen. So jetzt schaffe ich es aber. Drei Haltestellen, bevor ich an der Zielhaltestelle war, kam auf einmal die Nachricht: Frank hat gewonnen (1,5 : 6,5). In einem Endspiel mit Turm mehr hatte Frank sich nicht lumpen lassen und die Partie ganz cool nach Hause gebracht. Tilly erzählte mir später, dass er schnell nach Hause wollte und daher kurz zuvor noch hoffte, dass Frank bald Remis machen würde. Tilly hatte den Mehrturm nicht gesehen. Hoffen wir mal, dass er bei seinem Remis nicht auch  einen Mehrturm übersehen hatte!

Und wie ist meine Reise zu Ende gegangen? Ich bin aus dem Bus ausgestiegen, habe Tilly und Bernd meinen Standort geschickt und bin mit zur Pizzaanalyse gefahren. Man könnte abschließend sagen:
Ein Kantersieg bei dem ich mein Bestes gegeben habe, alle Partien zu verpassen.

Yannic Bröker