SF Drensteinfurt 1  -   Schach Nienberge 4    3,5:4,5


Alles Glück in den letzten Spielen aufgebraucht.

Nachdem wir die letzten beiden Spiele doch sehr glücklich gewonnen hatten, mussten wir dieses Mal eine bittere Niederlage hinnehmen.

Den Anfang machte Werner. Meine Ansage war, dass wir die Punkte oben holen müssen und an den hinteren Brettern ein Remis schon ganz hilfreich wäre. Als Werners Gegner auf einmal mit einem Bauern auf g2 aufgetaucht ist, hatte ich schon die Befürchtung, dass alles aus wäre. Doch Werner nahm diesen Bauern todesmutig mit dem König um dann wieder Richtung Zentrum zu verschwinden. Damit konnte Werner seinen Gegner davon überzeugen den Punkt zu teilen. (0,5 : 0,5)

Als nächstes erwischte es Johann. Direkt in der Eröffnung schielten beide Läufer plus Dame auf den König. Als dann die Dame einen Bauern auf h6 schlagen konnte, fiel die Stellung in sich zusammen. Das Resultat waren 3 Minusbauern und Minus Qualle für Johann. Das ist zu viel! (0,5 : 1,5)

Es schien dennoch alles in Ordnung, da einige Bretter noch sehr viel versprechend aussahen. Bei Paul zum Beispiel sah es schon früh nach einem gesunden Mehrbauern aus. Doch der nächste war Marco. Für mich sehr überraschend, kam Marco irgendwann zu mir und sagte, dass es ihm Leid täte. Sein Gegner hätte alles symmetrisch aufgebaut und wie wild abgetauscht. Da fand Marco keinen Gewinnweg mehr und musste sich mit einem Remis zufrieden geben. (1 : 2)

Aber dann kam endlich der Ausgleich. Paul konnte mit einem schönen Turmangriff über die h-Linie einen Läufer gewinnen und jagte den König noch weiter durch das Zentrum. Dabei verlor sein Gegner weitere Bauern und hatte dann wenig später das Einsehen, dass hier heute nichts mehr zu holen war. (2 : 2)

Zu diesem Zeitpunkt sah eigentlich alles ganz gut aus. Joscha hatte einen Mehrbauern auch wenn seine Figuren nicht so richtig rauskamen, Bernd könnte man sagen, hatte gleichzeitig Materielles Gleich- und Ungleichgewicht, bei Frank sah eigentlich immer alles sehr ausgeglichen aus und ich hatte auch mindestens Ausgleich.

Wenig später lagen zwei Remis Gebote im Raum. Einerseits hatte Bernd geboten, andererseits hatte Joscha ein Angebot vorliegen. Ich hatte Joscha vor der Partie gesagt, er solle "volle Pulle machen". Das stellte sich leider als Fehler raus. Er lehnte das Angebot ab, wollte seine Figuren endlich befreien und verlor dabei nicht nur seinen Mehrbauern und weiteres Material sondern die gesamte Partie. (2 : 3)

Bernds Gegner nahm dann das Remis Gebot an. Bernd hatte ein Opfer gespielt, das wohl anscheinend korrekt war, wenn er noch ein weiteres Opfer auspackt und 20 Züge richtig durchrechnet, aber schon an Punkt 1 hat es gehapert. Der Gegner kam dadurch vorerst mit Mehrfigur raus. Bernd hat sich dann aber überlegt doch noch weiter zu opfern und am Ende bekam er durch einen Spieß auf den König die Dame. Somit hieß es (Dame + ein Haufen Bauern gegen Turm Läufer und Springer). Remis war meiner Meinung nach ganz gut bei dem, was ich da auf dem Brett sah und mein Gegner sagte nach dem "Shaking-Hands" zu Bernds Gegner, dass dieser an einer Stelle Matt in 2 übersehen hätte (Glück für uns, auch wenn es für den Mannschaftskampf nichts gebracht hat). (2,5 : 3,5)

Frank spielte scheinbar ein wahnsinnig gutes Mittelspiel und hatte irgendwann sogar zwei Mehrbauern. Irgendwie konnte es sein Gegner aber dann doch in den sicheren Remishafen schaffen, indem er dafür sorgte, dass sich alle Bauern verkeilten. (3 : 4)

Das war ziemlich genau nach 4 Stunden. Das weiß ich deswegen so genau, weil sowohl mein Gegner als auch ich nicht einmal mehr eine Minute auf der Uhr hatten als wir den vierzigsten Zug erreichten. Nach der Zeitkontrolle erreichten wir ein Endspiel mit jeweils einem Turm, zwei Bauern auf der jeweiligen Königsseite (Königsflügel bei mir und Damenflügel bei meinem Gegner), einen Bauern auf der Seite des gegnerischen Königs und ich hatte einen Läufer, während mein Gegner einen Springer hatte. Bei dem aktuellen Stand war uns natürlich beiden klar, dass ich an dieser Stelle nicht einfach aufhören konnte. Daher ging die Partie noch solange weiter, bis ich anfing die Stellung zu überziehen und mein Gegner ohne großartig zu überlegen (nun in besserer Stellung) mein Remis Angebot annahm und somit für seine Mannschaft den Sieg sicherte. (3,5 : 4,5)

Der Kampf ist alles andere als gut gelaufen. Naja wenn man vor hat an den vorderen Brettern zu punkten, sind 1,5 Punkte an den ersten vier Brettern einfach zu wenig. Aber einen Vorwurf kann man da niemandem machen. Der Tag fiel wohl einfach unter die Kategorie "Shit happens".

Yannic Bröker