SF Drensteinfurt 1    -     SK 32 7            3:5

Nach schlechter Leistung schwinden die Träume vom Aufstieg

Zum siebten Spieltag empfingen wir die siebte Mannschaft des SK Münster. Nach dem letzten Sieg träumten wir alle schon vom Aufstieg, wobei doch das ursprüngliche Ziel auch in diesem Jahr wieder der Klassenerhalt war. Doch schon vorab gab es einige Schwierigkeiten. Roland musste absagen, da am Samstag eine Beerdigung sein würde und auch Joscha hatte angefragt, ob wir für ihn Ersatz finden würden, da er gerade noch von einer Krankheit genese. Da zeitgleich unsere dritte Mannschaft ein Spiel in Greven hatte und wir einen Großteil der zweiten Mannschaft schon zweimal gezogen hatten, war es dementsprechend schwierig Ersatz zu finden. So kam es, dass wir schlussendlich nicht einmal einen Ersatzspieler hatten und das siebte Brett kampflos abgeben mussten. Zum Glück hat sich Joscha dann bereit erklärt, doch von Berlin runter zu fahren und für uns zu spielen.

Der Kampf begann eigentlich ganz gut. Natürlich stand es, nach dem kampflosen Punkt, aus unserer Sicht bereits 0:1, aber auf den Brettern sah es eigentlich ganz gut aus (so zumindest meine Einschätzung; aber dass man dieser heute nicht trauen konnte....dazu später mehr).


Als erster verließ Werner sein Brett. Aus der Eröffnung kam er meiner Meinung nach sehr gut. Nach kurzer Zeit hatte er ein gut gedecktes Vollzentrum und es hatten sich nur die schwarzfeldrigen Läufer abgetauscht. Doch nach und nach ging die Stellung in etwas über, das an einen Abtauschfranzosen erinnerte und die Stellung wirkte immer mehr wie eine sehr ausgeglichene, wenn nicht sogar Remis-Stellung. Spätestens als ich zum dritten Mal auf die Partie geguckt hatte, war das Ding durch. Ich weiß nicht genau, wie es passiert ist, aber auf einmal hatte Werner eine Figur und zwei Bauern weniger und befand sich in einem hoffnungslosen Endspiel (0:2).

Zu dem Zeitpunkt hatten sich noch weitere Probleme eingeschlichen. Bernd, der eine sehr gute Eröffnung spielte und trickreich ausnutzte, dass sein Gegner einen vergifteten Bauern schlug, gewann früh die Dame für Läufer und Turm. Anschließend gewann er noch eine Qualität und schon nach einer Stunde haben wir hier mit dem vollen Punkt gerechnet. Doch hier gab es eine sehr unschöne Kombination von Umständen. Die verbundenen Freibauern von Bernds Gegner, zusammen mit dessen Läufer und Springer sowie Bernds Fehleinschätzung, dass er mit dem König zu diesen Freibauern eilen müsse, führten dazu, dass sich Bernd auf einmal in einem Mattnetz wiederfand (0:3).

Zur gleichen Zeit entschied sich auch auf meinem Brett die Partie. Ich dachte die ganze Zeit, dass ich eine gute Eröffnung, mit einem Angriffsziel in Form eines weit vorgerückten Bauern und toll positionierte Figuren hätte, aber Pustekuchen! Laut Computer habe ich im Endeffekt die gesamte Partie über einfach nur schlecht gestanden. So konnte mein Gegner einen schönen Figurenangriff auf meinen König einleiten, den ich nur abwehren konnte, indem ich schwache Felder sowie einen schwachen Bauern auf e6 in Kauf nahm. Nach einigen weiteren Zügen dachte ich, dass ich doch noch ganz gut rausgekommen wäre und mein schwacher e6 Bauer nun auf e5 richtig stark wird. Aber genau dann lief ich in den nächsten Angriff rein (so viel zu meinen Fähigkeiten, die Stellung zu beurteilen). Zwei Läufer zusammen mit dem Springer schnitten meinem König sämtliche Felder ab und ich kann nur von Glück reden, dass mein Gegner lieber das Dauerschach geben wollte, anstatt mir zu zeigen, dass der Mehrbauer, den er sich durch diesen Angriff sicherte, zusammen mit meinem schlecht platzierten König im Endspiel tödlich gewesen wären (0,5:3,5).

Den vierten Punkt für Münster machte dann Pauls Gegner voll. Eine ganze Zeit lang sah es bei Paul gut aus. Aufgrund weit vorgerückter Bauern hatte er viel Platz für seine Figuren und sein Gegner wirkte etwas eingeengt. Doch sein Gegner konnte gut am Damenflügel drücken und gewann, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, damit einen Bauern. Das erste Remisgebot von Paul lehnte sein Gegner noch ab, doch wenig später einigte man sich doch auf eine Punkteteilung (1:4).

Nun war klar, dass wir für einen Mannschaftspunkt an allen übrigen Brettern voll punkten müssten. Doch das könnte schwierig werden. Tilly hatte schon sehr früh sehr gutes Spiel. Doch im entscheidenden Moment fehlten die passenden Ideen. Er hätte zum Beispiel vorübergehend die Qualität geben können, um den Springer, der die gesamte Stellung zusammenhielt, zu beseitigen, nur um wenig später die Qualität durch einen Läuferspieß wiederzubekommen. Aber leider spielte er den Angriff etwas zu langsam, sodass sich sein Gegner, obwohl Tillys Türme in dessen Lager einfielen, langsam konsolidieren konnte. Letztendlich entschied auch hier die dreifache Stellungswiederholung, aus der Tilly nicht ohne große Verluste rauskam (1,5:4:5).

Damit war der Mannschaftskampf gelaufen. Marco hat sich daraufhin ebenfalls mit seinem Gegner auf ein Remis geeinigt. Von Beginn an schien Marco das angenehmere Spiel zu haben. Als sich das Spiel langsam dem Endspiel zuneigte, konnte Marco mit seinem Springer noch für ein bisschen Alarm am Königsflügel sorgen, aber irgendwie war da nie etwas Zwingendes (2:5).

Der Einzige, der dann doch noch für einen vollen Punkt sorgen konnte, war Joscha. In verlorener Stellung gab sein Gegner dann, nachdem alle übrigen Partien sowieso vorbei waren, auch direkt auf. Bei Joscha auf dem Brett haben sich sehr früh drei Leichtfigurenpaare abgetauscht. Gleichzeitig war das Brett aber immer noch voll von Bauern. Nachdem Joscha dann die Fesselung eines Bauern seines Gegners ausnutzte, um auch noch das letzte Springerpaar und die Damen vom Brett zu bekommen, war es Joscha, der mit einem seiner Türme zuerst in die gegnerische Festung eindringen konnte. Nach und nach lösten sich die Bauernketten und Joscha gewann die Oberhand. Ganz einfach war es dabei allerdings nicht. Joschas Grundreihe war schwach und daher drohte immer zwischendurch ein Grundreihenmatt, was sein Gegner geschickt ausnutzte. Beim späteren Draufschauen sahen wir, dass beide an einigen Stellen wohl etwas genauer hätten spielen können und das Doppelturmendspiel noch ein paar Male zwischen gewonnen und verloren hin und her schwankte. Doch das glücklichere Ende blieb Joscha vorbehalten (3:5).

Im Grunde ist das Aufstiegsrennen in der Bezirksklasse unverändert spannend. Wir sind nun zusammen mit Senden auf dem geteilten dritten Platz und sowohl Senden als auch wir müssen noch gegen die erneut Erstplatzierten von der Indischen Dame aus Münster antreten. Doch eins ist mal klar:
Mit so einer Leistung brauchen wir am letzten Spieltag zum Showdown gegen die Indische Dame nicht auflaufen (falls sich alle Aufstiegsträume nicht schon im nächsten Spiel gegen Beelen erledigt haben sollten) und in der Bezirksliga haben wir so sowieso nichts zu suchen.      
Yannic Bröker