SK 32 7    -    SF Drensteinfurt 1            3:5

Guter Start in die neue Saison

Unser erstes Spiel der neuen Saison führte uns nach Münster. Gegen die siebte Mannschaft des SK 32 gab es in den vergangenen Jahren für uns nicht so viele Punkte zu holen. Damit gingen wir davon aus, dass dieses erste Spiel eventuell direkt richtungsweisend für uns sein könnte.
Im vorigen Jahr hatte ich ja noch bemängelt, dass eines unserer großen Probleme gewesen sei, unser Ziel immer zu zurückhaltend formuliert zu haben. Deshalb gab es schon vorab in diesem Jahr eine unmissverständliche Ansage und die hatte zur Folge: am ersten Spieltag müssen Punkte her. So ergab es sich, dass am Ende nur zwei Punkteteilungen, sechs entschiedenen Spielen, gegenüberstanden. Aber nun zum Spiel selbst.

Nach etwa einer halben Stunde schaute ich zum ersten Mal über die Bretter. An allen Brettern sah es ganz ordentlich aus. Hier und da sah ich unsere Spieler mal aktiver stehen und vor allem gab es an keinem Brett Grund zur Sorge. Auch auf Werners Brett warf ich einen kurzen Blick. Es sollte tatsächlich schon der letzte sein. Obwohl noch nicht viel passiert war, trennte man sich hier friedlich. Kurze Zeit später meinte Werner, dass er eigentlich gerne weitergespielt hätte, weil er sich in seiner Stellung ganz gut fühlte, er wollte aber lieber den halben Punkt sichern. (0,5:0,5)


Als nächstes war es bei Bernd soweit. Auch hier stand am Ende eine Punkteteilung auf dem Papier. Sein Gegner zeigte ihm später noch, dass Bernd in der Eröffnung den Bauern auf h7 mit Schach hätte klauen können, was Bernd aber nie berücksichtigte, da dies in der normalen Konstellation nicht funktioniert (h7 war durch den Springer gedeckt, welcher aber wiederum wegen der dahinterstehenden Dame gefesselt war; normalerweise steht aber noch ein Läufer zwischen Springer und Dame). Kurze Zeit später bekam er dafür aber einen anderen Bauern im Zentrum. Eigentlich eine gute Ausgangssituation, aber es war wohl nicht genug, um daraus einen vollen Punkt zu ziehen. (1:1)


Für unseren ersten vollen Punkt der neuen Saison konnte Jo sorgen. Materiell lagen er und sein Gegner sehr lange gleich auf, aber die Läufer von Jo waren einfach so dominant, dass sein Gegner sich im Endspiel einfach nicht länger verteidigen konnte. (1:2)
Nun dauerte es ein bisschen länger, bis wieder eine Partie entschieden wurde, aber dennoch hatte sich kurz vor der Zeitkontrolle einiges getan. Christophe hatte sein aktives Spiel dazu genutzt, eine Figur für drei Bauern zu gewinnen, Pauls aktives Spiel, das er von Beginn an hatte, war etwas zurückgegangen, sodass es hier sehr ausgeglichen aussah, Marco und Tilly hatten eine Qualität verloren und an meinem Brett hatte mein Gegner eine Figur für zwei Bauern und aktives Spiel geopfert. Das Zwischenfazit sah also wie folgt aus:
Ohne meine Partie könnte es am Ende 3,5 auf beiden Seiten stehen und wenn ich das ganze überleben sollte, setzt sich das Material am Ende durch, sodass wir gewinnen. Doch dieser Mannschaftskampf lief dann doch verrückter als erwartet.
Christophe übersah, dass er einen Bauern gewinnen konnte, was vermutlich den Sack zu gemacht hätte und verlor statt dessen selber einen wichtigen Bauern. Damit hatte er den Kaffee auf und streckte die Waffen. (2:2)


Doch auf der anderen Seite zeigte Paul mal wieder, dass es sich lohnt auch noch bis zur letzten Patrone zu kämpfen. In einem Springerendspiel mit jeweils 4 Bauern hatte er den deutlich aktiveren Springer und zwang seinen Gegner in die Knie. (2:3)


Etwa zeitgleich übersah Tillys Gegner eine Kombination, die einen Figurenverlust nach sich zog. Das ließ sich Tilly nicht zweimal sagen, schlug zu und schon nach wenigen Zügen sah sein Gegner nicht mehr, wie er den Laden noch zusammenhalten sollte. (2:4)


Bei Marco sah die Situation leider etwas anders aus. Sein Gegner, der ja ebenfalls eine Qualität mehr hatte, konnte weiter an Vorteile gewinnen und im Endspiel setzte sich der Turm dann einfach durch. (3:4)


Für den Mannschaftssieg musste nun doch nur noch ein halber Punkt an meinem Brett her. Nachdem ich allerdings zuvor die Zeitkontrolle mit noch ganzen elf Sekunden überlebt hatte und nun auch wieder etwas sicherer stand, wollte ich das Spiel noch versuchen, auf Gewinn zu spielen. Schließlich hatte ich einen Läufer für zwei Bauern (das Opfer meines Gegners war eigentlich inkorrekt, in Zeitnot habe ich aber die gesamte Partie einzügig eingestellt, was mein Gegner und auch sonst keiner der Umstehenden sah, sodass ich schlussendlich wieder gut und mit Mehr-Material dastand) und außerdem war jetzt auch noch ein Qualitätsgewinn in Aussicht.


Erneutes Zwischenfazit: Ich habe einen Turm gegen zwei Bauern. Doch so lustig es sich auch anhört; bei bestem Spiel meines Gegners hätte das wegen eines Dauerschachs nicht gereicht. Da er dann allerdings einmal das falsche Schach wählte, konnte ich dem Dauerschach entgehen, langsam meine Stellung verbessern und am Ende meinen Mehrturm so zurückgeben, dass alle Figuren vom Brett verschwanden und mein Freibauer nicht mehr aufzuhalten war. Mein Gegner guckte dann noch einmal auf die Uhr und entschied, mir zu glauben, dass ich den Rest in neun Minuten schaffen würde. (3:5)


Insgesamt ein recht spannender Mannschaftskampf mit dem besseren Ende für uns. Und auch wenn die Partien zum Teil nicht ganz souverän gewonnen wurden, denke ich, dass wir mit dem Ergebnis alle bestens zufrieden sind.

Yannic Bröker