DJK Coesfeld    -    SF Drensteinfurt 1            3,5:4,5

Knapper Sieg mit fünfmal schwarz

An unserem dritten Spieltag fuhren wir zur Eintracht aus Coesfeld. Dieses Mal mussten wir auf Bernd verzichten, für den Joscha, der gerade zufällig wieder vor Ort war, eingesprungen ist. Außerdem wollte Werner gerne spielen, da er sowieso nach Coesfeld fahren wollte und somit vertrat er den DJ, der kein Problem damit hatte, auszusetzen.

Im Vorhinein waren wir wohl leichter Favorit und so sah es auch schon nach relativ kurzer Zeit aus. An den unteren fünf Brettern sah ich uns nach etwa einer Stunde in der Vorhand. Gleichzeitig fand ich, dass nur Joscha wirklich schlechter stand.

Wenig später war es dann Paul, der uns in Führung brachte. Sein Gegner schlug mit seinem Läufer einen von Pauls Bauern und kam in Folge dessen nicht mehr auf ein sicheres Rückzugsfeld. Nachdem Paul dann eine Figur mehr hatte und einige Zeit später zusätzlich noch eine Qualle gewinnen konnte, waren auch die verbundenen Freibauern von Pauls Gegner nicht mehr dazu in der Lage, Paul ins Schwitzen zu bringen (0:1).

Danach wurden Schlag auf Schlag die Remisen vereinbart. Zuerst fiel die Entscheidung auf Werners Brett. Werner kam gut aus der Eröffnung und stand lange Zeit gut. Irgendwann hörte ich am Rande, dass Werners Gegner einen Zug machen wollte, der nicht erlaubt ist, woraufhin dieser nur meinte:" Na dann stehst Du jetzt wohl auf Gewinn." Werner wurde daraufhin wohl ein bisschen zu leichtsinnig und das resultierte darin, dass Werner eine Qualität verlor. Sein Gegner hätte kurzzeitig später dann wohl in ein klar gewonnenes Endspiel abwickeln können, ließ die Damen aber auf dem Brett und verlor sogar wenig später die Mehr-Qualität. Somit entstand ein Damenendspiel mit einem Minusbauern für Werner, aber mit Dauerschach (0,5:1,5).

Als nächster war dann Christophe dran. Christophe gewann recht früh eine Figur für zwei Bauern. Sein Gegner hielt die Partie aber kompliziert und am Ende wurde einer der Mehrbauern von Christophes Gegner doch sehr bedrohlich. In wohl besserer Stellung, wie mir berichtet wurde, bot sein Gegner bei sehr wenig Restzeit Remis. Unter den neuen Umständen nahm Christophe das Angebot dankend an (1:2).

Auch Marco willigte dann ins Remis ein. Wie Christophe und Werner dachte ich, dass Marco deutlich bequemer aus der Eröffnung kam. Aber auch ein Scheinopfer auf g3 brachte am Ende weder den erhofften Mehrbauern, noch überhaupt einen entscheidenden Vorteil. So einigte sich auch Marco widerwillig mit seinem Gegner auf Remis (1,5:2,5).

Der vierte im Bunde war Tilly. Im Gegensatz zu den bisher Genannten, stand Tilly aus der Eröffnung gar nicht so toll. Das lag nicht zuletzt daran, dass er nach seinem Manöver, 3.d3 gefolgt von 5.d4 faktisch die fünfte Schwarzpartie in unserer Mannschaft spielte. Tatsächlich ist ihm das aber erst so richtig nach dem sechsten Zug aufgefallen, durch den seine Partie komplett symmetrisch war, statt weiß aber nun der Schwarzspieler am Zug war. Trotzdem ist in symmetrischer Stellung natürlich noch alles ok. Nach einem komplizierten Abtausch mitten im Zentrum bot Tilly Remis und da seinem Gegner das alles wohl auch zu heiß war, nahm dieser das Angebot an. Man könnte sagen, dass Tilly damit wohl GLÜCK gehabt hat. Tatsächlich hat Tilly mir später am Abend erzählt, dass er mit seinem Glückskulli seit Jahren keinen Mannschaftskampf mehr verloren hat. Blöd nur, dass er den Kulli in Coesfeld liegen lassen hat (2:3).

Etwa zu der Zeit bot auch mein Gegner mir Remis. Das war eine sehr unglückliche Situation, denn Joscha stand inzwischen klar schlechter und Jo hatte keinen wirklichen Vorteil mehr. Mein Schluss aus diesen Fakten: wenn wir heute gewinnen wollen, muss ich gewinnen. Also lehnte ich das Remisgebot ab und wollte auch nicht in das nur leicht bessere Endspiel abwickeln. Das war ein riesen Fehler, da ich mir dadurch ein unangenehmes Schach eingefangen habe und plötzlich deutlich schlechter stand. Nun war für mich klar, dass ich nicht mehr für zwei sondern nur einen Mannschaftspunkt kämpfen musste. Doch schon wenige Züge später konnte ich mich ein bisschen konsolidieren und bot nun selber meinem Gegner in leicht schlechterer Stellung Remis. Da dieser dachte, dass er damit das 4:4 klar machen würde, nahm er auch an (2,5:3,5).

Was dann kam, war einfach nur unglücklich für Coesfeld. An Jos Brett hörte ich nur, dass unmittelbar nachdem mein Remis vereinbart wurde, eine Entscheidung gefallen war. Also ging ich rüber und guckte mir das Ganze an. Für mich sah das nach Remis aus und so fragte ich kurz und knapp:" Remis?". Und von Jo kam nur zurück:"Habe gewonnen." Ich muss völlig verwirrt ausgesehen haben, aber was ich natürlich nicht wissen konnte: die Stellung, die ich dort sah, war nicht die Endstellung sondern ein Zug eher. Jo kam aus der Eröffnung sehr gut, verlor aber dann irgendwo unterwegs den Faden. Im späten Mittelspiel bewahrte er immer ein bisschen Druck gegen die Figuren des Gegners bei. So war auch die Stellung, die ich vorfand eine, in der Jo mit seinem Läufer einen Turm angriff. Diesen zog sein Gegner dann wohl von der Grundreihe weg, sodass Jos gedeckter Turm auf dieser Grundreihe auftauchen konnte und einfach die Dame vor dem König fesselte. Daher gab sein Gegner auch direkt auf und Jo und sein Gegner konnten die vorherige Stellung aufbauen, noch bevor ich die Schlussstellung sehen konnte (2,5:4,5).

Am Ende musste dann Joscha als Einziger die Segel streichen. Joscha fand leider an diesem Tag so gar nicht in die Partie. Nach wenigen Zügen schlug er einen Bauern nicht zurück, um ein Gambit  zu spielen. Sein Gegner hatte aber andere Pläne und so nahm Joscha den Bauern doch irgendwann zurück. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er aber seine Bauernstruktur schon stark geschwächt, da er zum Einen auf das Gambit gespielt hatte und zum Anderen einen Plan aus einer leicht anderen Stellung verfolgt hatte. Durch seine nun sehr löchrige Stellung verlor Joscha erst einen Bauern, dann noch einen und unter dem Druck eines gedeckten Freibauern seines Gegners schließlich die Partie (3,5:4,5).

Fazit zu diesem Spieltag:
Wir haben zwar gewonnen, aber dieses Mal war auch viel Glück dabei. Beim nächsten Mal kommen dann die Schachfreunde aus Telgte und falls wir uns dann nicht wieder auf Glück verlassen wollen, müssen wir wieder konstanter spielen. 

Yannic Bröker


Yannic Bröker