BK, 4. Spieltag 2019/2020

SF Drensteinfurt 1    -    Telgte 3            5:3

8 entschiedene Partien

Zum vierten Spieltag der Saison empfingen wir den Gegner aus Telgte. Auch dieses Mal sind wieder ein paar Partien hin und her gekippt, allerdings blieb das bessere Ende uns vorbehalten. Interessanterweise sind dieses Mal alle 8 Partien entschieden worden und keiner von uns weiß so richtig, wann das zum letzten Mal der Fall war.

Wie immer machte ich nach etwa 10 Minuten meinen ersten Rundgang, um zu gucken, was die Mitspieler so treiben. Doch anders als sonst, schien es tatsächlich schon an einem Brett eine Vorentscheidung gegeben zu haben. Marcos Gegner übersah ein Läuferopfer auf f7 mit anschließendem Rückgewinn der Figur. Den dabei gewonnen Bauern gab Marco anschließend zwar wieder zurück, weil er der Meinung war, dass sein Gegner ansonsten zu viel Gegenspiel bekommen würde, aber dafür hatte er nach der Rückgabe des Bauern einen klaren positionellen Vorteil. Mit Marcos weit vorgerückten Springern und dem eigenen König in der Schusslinie war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann sein Gegner Fehlgreifen würde. Weiter unter Druck gesetzt geschah dies dann auch wenig später und wir lagen zum ersten Mal an diesem Tag in Führung. (1:0)

In der Zwischenzeit hatte DJ eine wirklich grausame Stellung erreicht, in welcher sein Turm zwischen seinem König und der gegnerischen Dame gefesselt war. Doch es war der andere Daniel, auf dessen Brett die nächste Entscheidung fiel. In einer schwierigen Partie mit heterogenen Rochaden sah man nie wirklich, wer dem Lucky-Punch gerade näher war. Irgendwann konnte Tilly mit seinem Turm im Lager des Gegners eindringen und einen Bauern gewinnen, woraufhin es an diesem Brett sehr gut für uns aussah. Doch leider zu früh gefreut; sein junger Gegner konnte den kurzen Siegestaumel ausnutzen, um mit seinem Turm einen gedeckten Läufer zu schlagen. Was auf den ersten Blick nach einem Verlust der Qualität aussah, entpuppte sich auf den zweiten Blick als geschicktes Opfer, um einen Bauern komplett abgeschirmt bis zur Grundreihe durchzubringen. Da es weder Sinnvoll war, mit der Minusfigur weiterzuspielen, noch mit Minusdame (nach der Umwandlung), nahm Tilly das Opfer zwar an, gab jedoch etwa 2 Züge später auf. (1:1)

Etwa zu diesem Zeitpunkt bekam Paul ein Remis Angebot. Da er leicht besser stand und auch der andere Daniel nicht gut stand, war die einzig vernünftige Entscheidung, weiterzuspielen.
Apropos Daniel; nachdem nun wieder einige Zeit verstrichen war, sah ich, dass Daniel der unschönen Fesselung mit "nur" einer Minusqualle und einem Minusbauern entkam. Wenig später ließ sein Gegner aber den K.o.-Schlag aus und stellte im Gegenzug einen Springer ein. Damit hätte sich die gesamte Partie gedreht, was sein Gegner sofort einsah und aufgab. Gut, dass Daniel weitergespielt hat, denn der Punkt sollte am Ende noch wichtig werden. (2:1)

Den nächsten vollen Punkt für uns steuerte Bernd bei. Streckenweise schien sein Springermanöver sehr überstürzt. Erst sah es so aus, als hätte sich der Springer ohne Rückzugsfeld verlaufen, dann musste er seine Bauern vor dem eigenen König vorziehen, um die Dame zu vertreiben. Doch in einer komplizierten Stellung rechnete Bernd genauer als sein Gegner und wickelte am Ende erst in ein Doppelturm- und dann in ein Turmendspiel mit Mehrbauern ab. Dass Turmendspiele nicht immer Remis sind, konnte Bernd anschließend unter Beweise stellen. Sein Gegner musste regelmäßig den eigenen Turm passiv stellen und das reichte, um den Mehrbauern, vom König gedeckt, immer weiter vorzuschieben. (3:1)

Zu etwa ähnlichen Zeiten wurden dann die Partien von Jo und Christophe beendet. Beide Partien verliefen sehr unterschiedlich und so passt es auch ins Bild, dass schließlich auch die Ergebnisse nicht unterschiedlicher hätten ausfallen können. Christophe erarbeitete sich nach und nach eine immer stärkere Stellung. Seine Bauern am Damenflügel waren solide und sein Figurenspiel am Königsflügel plus die weit vorgerückten Bauern am selbigen verschafften ihm einen klaren Raumvorteil. Dieser Vorteil endete dann in dem Gewinn der Qualität. Bei Jo lief alles über drei Stunden lang sehr ruhig und ausgeglichen. Nachdem sich dann einiges abgetauscht hatte, blieben noch jeweils ein Turm und ein Offizier übrig. Mir kam es so vor, als hätte Jo dann fehlgegriffen, denn als sich die Offiziere tauschten, schien mir sein Gegner eher im Vorteil zu sein.
Das hieß, Christophe lag materiell vorne, aber mit sehr gefährdetem König, Jo lag leicht hinten und Paul hatte inzwischen eine Figur verloren. All dies war mir recht präsent, da ich zu etwa diesem Zeitpunkt ein Remis Angebot bekam, welches ich ablehnte, weil ich mich leicht vorne sah und mir nicht sicher war, ob der halbe Punkt am Ende nicht eventuell doch noch zu wenig sein würde. Schließlich könnten noch Partien kippen.
Genau das passierte dann in der folgenden viertel Stunde. Christophe verlor auf einmal die Kontrolle über seine Partie und wurde schließlich zur Aufgabe gezwungen. (3:2) Doch auf der anderen Seite, griff Jos Gegner komplett fehl, sodass Jo einen Bauern gewann und anschließend dem gegnerischen König mithilfe seines eigenen Königs, seines Turms und eines gedeckten Freibauern langsam die Luft abschnürte. (4:2)

Damit hätte das Remis also doch gereicht! Aber der Stand von 4:2 stellte sich erst nach der Zeitkontrolle ein und vor dieser spielte mein Gegner in beidseitiger Zeitnot ein paar Mal etwas zu ungenau. Damit ergab sich eine Stellung, mit Springer und sechs Bauern, von denen einer ein gedeckter Freibauer auf der sechsten Reihe war, auf meiner Seite gegen sechs Bauern und einen Läufer, der die ganze Zeit meinen Freibauern im Auge behalten musste. Das konnte so nicht lange gut gehen. Irgendwann konnte mein Springer auf das entscheidende Feld gelangen, sodass sein Läufer gezwungen würde, meinen Freibauern laufen zu lassen und das hätte den Verlust dieses Läufers oder die Umwandlung des Bauern bedeutet. Das ließ mein Gegner sich aber nicht zeigen und gab bereits auf sobald mein Springer besagtes Feld erreicht hatte. (5:2)

Damit war nur noch Pauls Partie am Laufen. Ich weiß nicht wie es passiert ist, aber nachdem er das Remis Angebot abgelehnt hatte, verlor Paul eine Figur, der dann auch noch ein Bauer folgte. Das Ungleichgewicht zog sich bis ins Endspiel durch. Hier standen sich schließlich Pauls König und Turm einem König, Turm, Läufer und Bauern gegenüber. Nachdem Pauls König vom gegnerischen Turm auf die andere Bretthälfte verbannt wurde, war da nicht mehr viel zu retten. (5:3)

Somit endete dieser Spieltag erneut  mit dem besseren Ende für uns. Am nächsten Spieltag kommt es dann zum Spitzenspiel gegen den SK Ostbevern/Westbevern. Spitzenspiel deshalb, weil diese am selbigen Tag den vorherigen Tabellenersten Senden bezwingen konnten, an diesen vorbeiziehen konnten und uns damit ermöglicht haben, an der Tabellenspitze zu überwintern.  

Yannic Bröker