SK Ostbevern/Westbevern 1 - SF Drensteinfurt 1 6,5:1,5

Riesen Klatsche und trotzdem in der Höhe verdient

Schon im Vorhinein stand dieser Spieltag für uns unter keinem guten Stern. Dass wir mindestens zweimal Ersatz benötigen würden, war uns schon länger klar, allerdings fiel dann auch noch eher kurzfristig Marco aus, sodass wir insgesamt sogar mit dreimal Ersatz nach Ostbevern fahren mussten und drei unserer Stammspieler zudem um jeweils zwei Bretter nach oben rutschten. Damit waren wir im Spitzenspiel, bei dem es um nicht weniger als die Verteidigung der Tabellenspitze ging, klarer Underdog.

Die Spiele fingen alle relativ gewöhnlich an. Alle Partien waren sehr nah am Ausgleich. Lediglich mit meiner eigenen Partie war ich etwas unzufrieden, da mein Gegner mich zwang ein Gambit zu spielen, das ich so gar nicht eingeplant hatte und das Dumme an einem Gambit ist nun mal, dass man einfach einen Bauern weniger hat.

Den Anfang machte dann Heribert. Das letzte, was ich von seiner Partie sah, war, dass weder Figuren noch Bauern abgetauscht waren, keiner sich im Zentrum so richtig breit machen wollte und auch sonst nicht viel los war. Heribert erzählte später, dass sein Gegner dann wohl doch sehr bemüht war, viele Figuren in sehr kurzer Zeit abzutauschen. In ausgeglichener Stellung einigten sich die beiden Kontrahenten dann auf Remis. (0,5:0,5)

Das gleiche Resultat gab es an Jos Brett, allerdings bei völlig verschiedenem Partieverlauf. Schon nach sehr kurzer Zeit war mir nicht klar, was auf diesem Brett vor sich ging. Die Situation war wie folgt:
Fast alle Leichtfiguren abgetauscht, beide Könige und alle 6 Schwerfiguren am Königsflügel und kaum Bauern am Königsflügel, die den Königen Versteckmöglichkeiten hätten bieten können.
Bei so einer Stellung geht vermutlich jedem Spieler der ***** auf Grundeis. Jedenfalls zogen die beiden dann die Reißleine, indem sie das Schwerfiguren-Schlachtfeld dezimierten. Beide Spieler sahen das wohl als Friedensangebot an und haben sich auf ein Unentschieden verständigt. (1:1)

In der Folge passierte erst einmal lange Zeit nichts. Als es dann aber auf 8 Uhr und somit auf die Zeitkontrolle zuging, begann das Desaster. Zuerst musste ich die Waffen strecken. Irgendwie kam ich nicht so richtig ans Nachdenken und da mein Gegner das gut ausgespielt hat, kam ich auch nicht richtig aus meiner schlechten Stellung raus. Einmal ließ er zwar einen klaren Matchball aus und dadurch kam ich noch einmal kurz ran, nur um dann aber kurze Zeit später einen Fehler nach dem nächsten zu machen. (2:1)

Dann war Bernd an der Reihe. Eigentlich sah es bei ihm recht vielversprechend aus. Doch war er wohl etwas zu gierig. Statt sich mit einer Qualle für einen Bauern zu begnügen und eine Gewinnstellung zu kneten, wollte er noch eine zweite Qualle einfahren. Dadurch fand er sich dann plötzlich mit zwei Türmen gegen drei verbundene Freibauern plus Springer und Läufer wieder. Sein Gegner drückte die Bauern langsam weiter vor und unter Druck geraten, stellte Bernd dann zu allem Überfluss noch einen Turm ein. Das wollte er dann verständlicherweise nicht mehr weiterspielen. (3:1)

Bei Anton lief es irgendwie komisch. Erst tauschte sich viel ab. Dann kam sein Gegner zuerst mit dem Turm auf Antons zweite Reihe und dann verlor Anton eine Figur. Der Figur folgten noch zwei Bauern ehe sein Gegner einfach den Mehrspringer wegstellte. Damit gab es ein Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern und zwei Mehrbauern für den Gegner. Ab und zu kann man so etwas noch halten, aber dieses Mal nicht. (4:1)

Bei Christophe war dieses Mal wohl die Zeit der Übeltäter. Materiell war alles sehr lange in der Waage und hier war es unser Mann, der zuerst mit seinem Turm im Lager des Gegners auftauchen konnte. Irgendwie hat Christophe aber dann in Zeitnot eine Qualle verloren, sein Gegner klopfte mal schnell mit Turm und Bauern an Christophes Haustür an und dann fiel in komplett kaputter Stellung auch schon das Plättchen an der Uhr. (5:1)

Christian war schon recht früh unter Druck. Sein Gegner spielte die Eröffnung sehr solide und hat einfach seinen kleinen Vorteil immer weiter festgehalten. Irgendwann war es für Christian dann sehr schwierig in gedrückter Stellung noch alle Figuren gescheit zu postieren und es gingen zwei Bauern verloren. Der Gegner konnte dann einen Abtausch der Damen und des letzten Figurenpärchens erzwingen und das Bauernendspiel wäre dann nicht mehr so schwierig in einen vollen Punkt umzumünzen gewesen. Da hätten die beiden Mehrbauern einfach das Rennen gemacht, wenn Christian nicht sofort das Einsehen gehabt und seinem Gegner gratuliert hätte. (6:1)

Schließlich blieb dann noch Paul alleingelassen zurück. Paul hatte sehr lange mehr vom Spiel. Zudem kam sein Gegner auch noch in Zeitnot. Jedoch konnte dieser gleichzeitig die Zeitkontrolle überstehen und wieder in ausgeglichene Stellung zurückfinden. Bei einem so klaren Ergebnis hatten dann beide keine Lust mehr, das noch auszufechten und man einigte sich auf Remis. (6,5:1,5)

Eigentlich waren wir nominell an den Brettern nicht so unterlegen wie das Ergebnis einem glauben machen will. Prinzipiell hätte wohl jeder von uns die Spielstärke gehabt, gegen den jeweiligen Gegner zu gewinnen oder zumindest nicht zu verlieren. Aber irgendwie konnte an diesem Tag keiner von uns seine Spielstärke so wirklich abrufen. Somit waren wir dieses Mal einfach chancenlos und haben völlig verdient eine riesen Klatsche bekommen.
Der SK Ostbevern/Westbevern konnte uns damit die Tabellenspitze abringen und gleichzeitig schoben sich auch noch die Sendener an uns vorbei. Gegen jene dürfen wir dann beim nächsten Mal ran. Mal schauen was das dann gibt.

Yannic Bröker