SF Drensteinfurt 1 - SF Beelen 3    6:2

Wir sind wieder im Rennen

Nach den letzten beiden Pleiten hatten wir uns bereits von dem Gedanken, aufsteigen zu können, verabschiedet, doch durch einen hohen Sieg am siebten Spieltag und einer gleichzeitigen Niederlage der Ost-/Westbeverner sind wir um Haaresbreite wieder auf einem Aufstiegsplatz.

Der Mannschaftskampf fing insgesamt recht gut an. An beinahe jedem Brett sah ich aus der Eröffnung raus eher Vorteile auf unserer Seite. Das einzige Brett, das dahingehend eine Ausnahme bildete, war Johanns. Johann hat früh eine Qualle verloren und stand meiner Meinung nach komplett platt. Durch wirklich gutes Spiel in der Folge und weil sein Gegner den Matchball ausließ, konnte Johann aber einen Bauern nach dem nächsten abtauschen und/oder fressen und am Ende in ein Endspiel abwickeln, das Remis war. (0,5:0,5)

Eine weitere Punkteteilung stand bei Bernd an. Bernd spielte an diesem Tag eine deutlich aggressivere Eröffnung als man es von ihm gewohnt ist (im Übrigen eine Eröffnung, die ich so oder so ähnlich schon häufig selber gespielt hatte und ihm mal irgendwann nahe gelegt habe). Diese Wahl schien sich schon recht früh auszuzahlen. Bernd gewann früh eine Figur und stand komplett auf Gewinn. Problematisch war aber, dass er das Gegenspiel seines Gegners auf seinen König überschätzte und lieber die Figur zurück gab. Daraufhin einigte man sich auf Remis. (1:1)

Nun waren es Jo, Tilly, Christophe und Paul, die uns auf die Siegesstraße brachten. Jo konnte eine Qualität gewinnen und im Endspiel mit Turm gegen Springer war das Ganze für ihn dann  nur noch eine Frage der Technik. (2:1)

Tilly sagte mir später, dass er das Gefühl hatte, sein Gegner wolle sehr aggressiv spielen, agiere dabei aber gleichzeitig zu zaghaft. Die Folge war, dass Tilly ins gegnerische Lager einbrechen konnte, erst eine Figur gewann und als dann auch noch ein Turm fiel, die gesamte Partie. (3:1)

Christophe spielte an diesem Tag einfach eine saubere Partie. An diesem Brett sah ich uns nie in Gefahr. Langsam bekam er Vorteil, dann materiellen Vorteil und irgendwann den vollen Punkt. (4:1)

Um den Mannschaftssieg zu sichern, bot Marco seinem Gegner Remis an. Dieser schien nicht abgeneigt, bei vier Punkten für den Gegner musste er aber ablehnen. Die Meinung sollte sich aber bald ändern. Paul spielte ebenfalls eine sehr saubere Partie. Schon früh befand man sich in einem Schwerfigurenendspiel mit Vorteilen auf Pauls Seite. Nachdem Paul mit einem weit vorgerückten Bauern Druck auf die Türme des Gegners ausübte, konnte Paul in die Stellung des Gegners einbrechen und einen Turm gewinnen, so wie anschließend die Partie für sich entscheiden. (5:1)

Nun willigte auch Marcos Gegner in das Remis ein. Marco übte bereits in der Eröffnung sehr viel Druck auf den gegnerischen König aus. Jedoch verflachte die Stellung später sehr schnell und da der Mannschaftskampf nun sowieso entschieden war, wollten beide Kontrahenten die Partie wohl nicht mehr weiterspielen. (5,5:1,5)

Übrig blieb meine Partie. Gefühlt stand ich schon nach fünf Zügen so klar besser, dass ich alles versuchte, um die Partie auf Gewinn zu spielen. Aber bei mir ist momentan einfach der Wurm drin. Obwohl die Züge, die ich noch während der Partie als "Überziehen" eingeschätzt hatte, doch gar nicht so verkehrt waren, schaffte ich es wenig später, dreimal in Folge so daneben zu greifen, dass ich einfach nur noch schlecht stand. Mein Gegner war dann aber in besserer Stellung auch mit Remis zufrieden, bot mir dies und ich nahm ohne zu zögern an. (6:2)

Insgesamt konnten wir an diesem Spieltag endlich mal wieder überzeugen und auch in der Höhe verdient (gegen stark ersatzgeschwächte Beelener) gewinnen.
Yannic Bröker