Schachfreunde Drensteinfurt I – SK Münster VII 5,5:2,5

Zum letzten Saisonspiel in diesem Jahr empfingen wir die 7. Mannschaft des SK Münsters. Wir durften wieder in unserer schönen Alten Post spielen, in der wir großzügige Abstände einhalten können und immer ein tolles Ambiente vorfinden.

Für uns war klar, dass nur ein Sieg zählte. Yannic durfte Pause machen, er hat in letzter Zeit viel spielen müssen. Da wir dieses Jahr so gut besetzt sind wie lange nicht mehr, war das kein Problem.

Irgendwer faselte was von Spitzenspiel und wer hätte das gedacht? Das ist natürlich ein Trugschluss, schließlich ist die Bezirksklassentabelle aufgrund von Spielverschiebungen so schief, wie der Turm von Pisa.

Münster war vor Allem an den hinteren Brettern schwach besetzt, so dass nach einem frühen Remis von André am Spitzenbrett die vollen Punkte nur so auf unser Konto purzelten. (0.5;0,5)

David machte den Anfang. Da der BVB das Abendspiel hatte, drückte er auf die Tube. Stand zwischendurch meiner Meinung nach kritisch, als ein Turm in seine Stellung einrückte. Doch sein Gegner kümmerte sich gar nicht ums Verteidigen, und schon wurde er matt gesetzt. (1,5:0,5)

Maurice spielte wie immer solide, snackte sich im Mittelspiel einen Bauern und brachte diesen ohne Probleme im Endspiel zum souveränen Sieg. (2,5:0,5)

Arnes Spiel war erst ziemlich ausgeglichen, aber seine Stellung war gut. Er hatte angenehmes Figurenspiel und legte sich seinen Gegner zurecht. Dieser stellte die Tante ein und gab wenig später auf. (3,5:0,5)

Ich bat meinem Gegner natürlich Remis an, da Münster doch ziemlich chancenlos aussah. Bernd stand auf Gewinn, sein Gegner stellte schon im 7. Zug einen Zentrumsbauern ein. Bei Jo sah es auch besser aus und Marco hatte mit den schwarzen Steinen keine Probleme auszugleichen.

Da der Mannschaftskampf aber punktemäßig noch nicht entschieden war, sagte er zwar, er würde immer gerne annehmen, aber verständlicherweise geht es nicht. Kein Problem, schließlich hatte sich in unserem Engländer, der so spannend war wie eingeschlafene Füße schon fast alles abgetauscht und ein Remis das logische Ergebnis.

Fortan guckte ich mehr auf die anderen Bretter als auf mein eigenes (die waren deutlich spannender) und durfte den nächsten halben Punkt auf der Punktekarte eintragen. Marco willigte ins Remis ein, obwohl er gefühlt leicht besser stand. Im Sinne der Mannschaft alles richtig gemacht. (4:1)

Bei Jo entwickelte sich ein hochspannendes Springerendspiel. Die Bauern des jungen Gegners schienen schwach, doch als Ausgleich hatte er dafür einen Freibauern, um den sich Jo erst einmal kümmern musste. Obwohl Jo alles versuchte, die Partie zu gewinnen, verteidigte sich sein Gegner exzellent und schaffte es noch gerade eben ins Remis. Stark gespielt! (4,5:1,5).

Jetzt war der Mannschaftskampf entschieden. Bernd hatte drei oder vier Mehrbauern und meine Stellung war noch immer im Gleichgewicht. Also bat ich wieder Remis, damit wir schnell zur verdienten Pizzaanalyse kommen. Aber genau wie ein Politiker vor und nach der Wahl lehnte er ab, da es ja jetzt um nichts mehr ging. Mittlerweile hatte Bernd gewonnen, auch wenn er es irgendwie komplizierter als nötig machte. Aber hier konnte es einfach kein anderes Ergebnis geben. (5,5:1,5)

Mein Gegner hatte wohl wie alle anderen mitbekommen, dass sich meine Motivation dem Gefrierpunkt näherte, also knetete er die Partie im Läufer-/Springerendspiel wie ein Meister der Backstube. In bester heute-bin-ich-aber-Held-des-Tages-Manier klopfte er mich weich und nutzte einen entscheidenden Patzer von mir zum Ehrenpunkt für Münster. (5,5:2,5)

So bleiben wir also erst einmal an der Tabellenspitze und können das Jahr zufrieden abschließen. Gerade unsere jungen Wilden an den hinteren Brettern, die gefühlt alle zwei oder drei Bretter höher spielen könnten, machen bisher den Unterschied. Es läuft also alles nach Plan.

Allen Schachfreunden wünschen wir ein erholsames und besinnliches Weihnachtsfest, sowie einen guten Rutsch ins neue Jahr. Bleibt gesund!

Daniel Tillkorn