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Drensteinfurt I – DJK Eintracht Coesfeld I 5,5:2,5

Wie am Schnürchen zur Meisterschaft

In dieser Saison läuft für uns einfach Alles wie am Schnürchen. Durch die bis hierhin beste Saison unserer jetzt 18jährigen Vereinsgeschichte stehen wir schon einen Spieltag vor Schluss als Meister fest und kehren nach einigen Jahren Abstinenz in die Bezirksliga zurück.

Als Mannschaftsführer kann ich in diesem Jahr aufstellen, wen ich will, unsere Truppe ist immer bärenstark und die Fehlerquote an allen Brettern bemerkenswert gering. So konnte auch Coesfeld nichts an unserer Dominanz ändern, obwohl sie extra in Bestbesetzung angereist waren.

Dieses Mal musste ich auf beide Spitzenbretter verzichten, konnte aber mit Johann und Kiara auf guten Ersatz zurückgreifen. So hieß also wieder mal die Devise: Hinten kommen die Punkte, vorne wird Remis geschoben... Und eine gute Mannschaft hört auf ihren Kapitän und setzt den Matchplan um :)

Bernd machte den Anfang. Er musste/durfte also seit längerer Zeit mal wieder am 1. Brett sitzen und hatte auch noch die schwarzen Steine. Im Franzosen wählte sein Gegner die Abtauschvariante, um ein paar Züge später festzustellen, dass er die doof findet. Remisangebot, angenommen, (0,5:0,5).

Dann passierte sehr lange nichts mehr. Alle Partien hielten sich ungefähr die Waage bis auf die von David. Hier fehlte irgendwie eine Puppe. Zwar gab es dafür zwei Bauern, aber in der Regel reicht das nicht. Ich kann hier die Partien nur ungenau wiedergeben, da ich diesmal bei mir mehr als sonst rechnen musste.

Marco war glaub ich der Nächste. An Brett 2 mit den weißen Steinen spielte er wie immer volle Kanne auf Angriff. Sein Gegner hatte Mühe und Not den Laden zusammenzuhalten. Ich habe immer gedacht, dass es irgendwo einen Gewinnweg geben muss – die Stellung sah einfach zu gut aus. Doch sein Gegner ist auch ein starker Spieler und hatte wohl alles im Griff. Als die Partie verflachte, bot Marco Remis (1:1).

Johann brachte uns wenig später in Führung. Eigentlich sah die Stellung sehr ausgeglichen aus, doch auf der Suche nach einem Angriff übersah sein Gegner die Schwächen auf der Grundreihe.

Turm weg, Partie weg (2:1).

David hatte seine Partie mittlerweile gedreht. Aus den zwei Bauern, die er für den Springer bekommen hatte, waren inzwischen drei verbundene Freibauern geworden, die schon bis auf die 4. und 3. Reihe vorgerückt waren. Das resultierte daraus, dass der ungezähmte Mehrgaul sich ständig vom Schlachtfeld entfernte und irgendwo in der Gegend rumgaloppierte. Für mich stand David ganz klar auf Gewinn, doch die Partie ging Remis aus. Der Klepper opferte sich für zwei Bauern und der König konnte vor dem letzten Bauern ins Unentschieden flüchten (2,5:1,5).

Maurice spielte wie immer in letzter Zeit ohne erkennbare Fehler. Nach einer soliden Eröffnung konnte er sich einen minimalen Vorteil in Form eines isolierten Bauern seines Gegners erarbeiten. Dieser war die ganze Partie über schwach und bedurfte permanenten Schutzes. Nach langem Kneten fiel dieser Zentrumsbauer irgendwann im Endspiel und damit ging dieser Punkt auf unser Konto (3,5:1,5).

Jetzt war ich dran. Ich kam relativ schnell zum Ausgleich, da sich mein Gegner in der Eröffnung für einen zeitraubenden Damenausfall entschied. In der Folge stand ich leicht besser und konnte am Königsflügel die Bauern schicken. Doch mein Gegner befreite sich aus der Umklammerung und verteidigte sich sehr umsichtig. Der Angriff ging irgendwie nicht richtig weiter und zusätzlich übersah ich noch eine Umgruppierung des Springers, die meinen kleinen Vorteil wieder wegwarf. Ich bot mit einem defensiven Damenzug Remis, welches angenommen wurde (4:2).

Jo machte kurze Zeit später auch Remis. Hier habe ich beide Seiten immer im Gleichgewicht gesehen. Keine Vorteil auf beiden Seiten. Gerechtes Unentschieden (4,5:2,5).

Den Schlusspunkt setzte Kiara an Brett 8. Im Katalanen kam sie ordentlich aus der Eröffnung und konnte im Mittelspiel die Qualität einstreichen. Warum sie allerdings immer in extreme Zeitnot kommt, bleibt ihr kleines Geheimnis. Vielleicht, weil sie sich dann schneller entscheiden muss? Auf jeden Fall rinnen ihr ab dem 30. Zug die Sekunden nur so durch die Finger und Kiara haute einen starken Zug nach dem anderen raus. Das beeindruckte wohl nicht nur ihren Gegner, sondern auch die zahlreichen Kiebitze, die mit lautem Applaus ihr finales Schachmatt honorierten (5,5:2,5).

Nun wollen wir am 18.6. in Telgte eine perfekte Saison krönen und mit einem Sieg unsere weiße Weste behalten.

Wir genießen zwar den Augenblick und freuen uns auf die Bezirksliga, wissen aber auch, dass diese Serie irgendwann zu Ende geht, wie uns der SK Münster am Sonntag gnadenlos zeigte, als er Yannic, Bernd, David und Hubert im 4er Pokalfinale chancenlos mit 4:0 wieder nach Hause schickte.

Daniel Tillkorn