SF Drensteinfurt I – Türme Billerbeck I                    5:3

Auf ein Christophe24092016Neues! Nach unserem Abstieg im letzten Jahr aus der Bezirksliga brachte uns der erste Spieltag in der ersten Bezirksklasse ein Heimspiel gegen die Schachfreunde aus Billerbeck, das uns mit einem verdienten 5:3 Sieg einen guten Auftakt bescherte.

Vor dem Spiel lautete unser Saisonziel: wir haben keines.... Dadurch, dass unsere erste Mannschaft total durcheinandergewürfelt wurde und bei den DWZ-Zahlen im Grunde fast alle Klubs auf Augenhöhe sind, ist es immer schwierig vorauszusagen, wer wo landen wird. Der Saisonauftakt ist zumindest mal geglückt – wir werden sehen, wo die Reise in diesem Jahr hingeht. Mit Marco und Thomas fielen zwei Stammspieler aus privaten Gründen aus, aber auch Billerbeck konnte nicht ganz in Bestbesetzung antreten.Auch sie mussten doppelten Ersatz stellen, bei uns sprangen freundlicherweise Markus und Christophe ein.

Als ich nach etwa 20 Minuten mal eine Runde machte und auf alle Bretter schaute, fiel mir sofort die Partie von Paul ins Auge. Er spielte mit den weißen Steinen mal wieder seine Lieblingseröffnung (die mit dem Fehler im ersten Zug... ) und sein Gegner hatte mal prompt daneben gegriffen, sodass mir sofort klar war, dass diese Partie nur einen Sieger sehen würde.
Dementsprechend stand nach etwa 1,5 Stunden auf dem Mannschaftsbogen auch eine 1 hinter Pauls Namen und wir gingen in Führung (1:0).

DJ holte sich wenig später ein Remis ab, nachdem er seinen Gegner klarmachen konnte, dass die Stellung ausgeglichen ist. Ich habe sie auch so eingeschätzt. Wirklich viel passiert war im Grunde genommen nicht auf dem Brett (1,5:0,5).

Markus hatte die ganze Partie über einen schweren Stand gegen seinen doch deutlich stärkeren Gegner. Dieser hatte es geschafft den Königsflügel von Markus entscheidend zu schwächen, sodass der König einen kleinen Ausflug machen musste. Irgendwann wurde der Druck zu groß und Markus musste in die Niederlage einwilligen. Der Ausgleich für Billerbeck (1,5:1,5).

Martin hatte auch die h-Linie öffnent müssen, die sein Gegner irgendwann mit den Türmen besetzen konnte. Außerdem hatte dieser einen extrem starken Läufer gegen Martins alten Klappergaul. Der Rest war mit zwei daraus resultierenden Mehrbauern Sache der Technik, doch Martin hatte etwas dagegen und stellte lieber einen Turm im Endspiel ein, wahrscheinlich damit es schneller ging (1,5:2,5).

Zwar lagen wir jetzt hinten, doch gaben die restlichen Bretter Hoffnung auf mindestens einen Mannschaftspunkt. Roland hatte früh im Spiel erst zwei Mehrbauern und irgendwann eine Figur gewonnen. Allerdings musste er eine Zeit lange sehr genau spielen, da sein Gegner alles auf eine Karte setzte und die Initiative übernahm. Roland blieb cool und vergrößerte seinen Vorteil sogar noch, sodass am Ende ein deutlicher Sieg dabei heraussprang. Stark gespielt! (2,5:2,5).

Noch drei Bretter im Rennen. Christophe hatte mittlerweile eine dicke Gewinnstellung mit Mehrfigur auf dem Brett. Ich hatte was übersehen und musste ums Remis kämpfen und bei Yannic war es absolut ausgeglichen. Zu diesem Zeitpunkt war noch jedes Resultat möglich.
Die meisten Spieler tippten auf ein Mannschaftsunentschieden, doch sah ich uns minimal im Vorteil, da meine Stellung noch nicht so klar verloren, wie Christophes gewonnen war.

Sehr kurz vor der Zeitkontrolle führte Yannic dann aber die Entscheidung herbei, bzw. sein Gegner. Ich habe mir sagen lassen, dass sein Gegner wohl kurz von einem seiner Mannschaftskollegen abgelenkt worden sei, er bräuchte jetzt nicht mehr mitschreiben (Zeitnot). Entweder hat ihn das entscheidend abgelenkt oder die Konzentration war weg, auf jeden Fall ließ er eine Puppe stehen und verlor dadurch eine völlig ausgelichene Partie (3,5:2,5).

Damit war der Drops gelutscht. Christophe lag gefühlt ein bis zwei Damen vorne, sein junger Gegner wollte aber wohl aus Übungszwecken noch ein paar Züge weiterspielen. Irgendwann gabs aber doch ein Einsehen, kurz vorm Matt war der Mannschaftssieg in trockenen Tüchern (4,5:2,5).

Meine Partie war am Anfang sehr langweilig, entwickelte sich aber in der Folge spannend. Ich hatte irgendwie keine Lust auf Remis zu spielen und schickte beide Königsbauern auf die Reise. Ich fühlte mich in meiner Stellung gut, bis mein Gegner eine sehr schöne Kombination über vier, fünf Züge sah, die ich zu spät (Gott sei Dank nicht zu spät) erkannte. Die Folge war Qualitätsverlust für einen Bauern. Als die Tanten getauscht waren, hatten wir ein Endspiel Springerpaar mit Mehrbauern gegen Turm und Springer. Da der Turm nicht vernünftig in die Partie eingreifen konnte, hielt ich die Stellung (mit entferntem Freibauern) relativ lange offen. Es drohten ständig Springergabeln oder Dauerschachs mit den Gäulen. Objektiv betrachtet war diese Partie wahrscheinlich für mich verloren, doch aufgeben kam auf keinen Fall in die Tüte. Als der Mannschaftskampf gewonnen war, wollte mein Gegner keine sechs Stunden spielen (so wäre es mit Sicherheit gekommen) und willigte ins Remis ein (5:3).

Somit ist uns der Auftakt geglückt. In der nächsten Runde fahren wir nach Olfen und schauen mal, was da geht. Vielleicht kristallisiert sich irgendwann in der Saison doch noch ein Ziel raus?

Daniel Tillkorn.