SF Drensteinfurt – ZuZ Everswinkel 6:2

Am vierten Spieltag konnten wir im Heimspiel gegen Everswinkel unserer Favoritenrolle gerecht werden, und am Ende sicher mit 6:2 gewinnen. Trotzdem fühlt sich das Ergebnis zu hoch an, da dieser Mannschaftskampf aus meiner Sicht zäh wie Kaugummi war.

Als vorweihnachtliches Gastgeschenk brachte Everswinkel netterweise einen kampflosen Punkt mit, Yannic hatte frei und nutzte diesen für einen Weihnachtsmarktbummel (1:0).

Mit dem buchstäblich letzten Aufgebot trat unser Gast an, sodass wir an allen Brettern von den DWZ-Zahlen her weit überlegen waren, doch dass die Zahlen relativ sind, wissen wir nicht erst seit gestern nachmittag. Thomas spielte wieder eine seiner Lieblingseröffnungen. In dieser konnte er einen Läufer gewinnen, allerdings auf Kosten einer offenen Königsstellung sowie zwei Bauern. Der folgende Angriff seines Gegners sah sehr gefährlich aus und Thomas musste überaus genau verteidigen. Ich glaube, dass die Abwicklung ins Endspiel fehlerhaft war (bei richtigem Spiel wäre die Figur wiedergewonnen worden), auf jeden Fall konnte Thomas viele Puppen abtauschen und die Mehrfigur machte das Rennen (2:0).

Ein kurzer Blick von mir nach links: Roland stand schlecht. Ein kurzer Blick von mir nach rechts: Marco hatte drei Bauern weniger. Ein kurzer Blick auf mein eigenes Brett: schnell wieder weggucken. Ich stand auf und guckte auf Pauls Brett: total defensiv hinten drin. Das sah alles andere als gut aus.

Roland musste auch kurz später die Segel streichen. Vielleicht hätte er mit dem Minusbauern noch kämpfen können, vielleicht wäre noch ein Remis möglich gewesen. Aber es war einfach nicht sein Tag, denn er übersah einen taktischen Einschlag mit Figurenverlust und gab anschließend direkt auf (2:1).

Martin Kller

Immerhin gab es aber doch einen Lichtblick: Unsere hinteren Bretter spielten an diesem Tag stark. Nachdem Thomas ja schon gewonnen hatte und direkt krankheitsbedingt nach Hause fuhr, spielte Frank, der für DJ eingesprungen ist, sehr solide und kam zu einem nie gefährdeten Remis. Zwischendurch dachte ich sogar, dass er einen stark aussehenden Angriff am Königsflügel zum Sieg führen könnte, doch verteidigte sein Gegner wirklich klasse und wehrte gekonnt ab (2,5:1,5).

Martin spielte an diesem Tag wohl am Besten von uns. Er kam gut aus der Eröffnung und verstärkte mit guten Positionsspiel seinen Druck auf das gegnerische Lager. Hieraus resultierte ein Mehrbauer, den er allerdings gar nicht ins Endspiel retten musste, da er auch kombinatorisch gut drauf war, den gegnerischen König über das halbe Brett scheuchte, um ihn anschließend Matt zu setzen. Ganz stark gespielt (3,5:1,5).

Meine Partie war ganz gruselig. Oder wie Thomas Tuchel sagen würde: Von vorne bis hinter ein einziges Defizit. Mein Gegner spielte nach dem Motto: Remis ist gut, nur nicht verlieren. Ruck zuck waren nach der Eröffnung die Leichtfiguren abgetauscht, den Übergang ins Schwerfigurenendspiel habe ich total misshandelt, viele Rechenfehler, usw. Genervt bot ich in ausgeglichener Stellung Remis, was mein Gegner, der passiv aber gut gespielt hat, sofort annahm (4:2).

Und so kam es am Ende doch, wie viele vor dem Mannschaftskampf vermutet hatten. Marco hatte zwar viele Bauern weniger, da er sich verrechnet hatte (er ging davon aus, die Dame zu fangen, so habe ich es auch gesehen, doch von Wegen, sein Gegner kassierte einfach ein paar Bauern ein). Er besetzte die daraus resultierenden offenen Linien mit seinen Türmen und setzte seinen Gegner am Ende mit einer tollen Kombination Matt (5:2).

Paul zog mal wieder den Kopf aus der Schlinge und rang seinen Gegner nach langem Kampf nieder. Irgendwo hatte Paul eine Figur gewonnen, leider habe ich nicht gesehen wo. So einen Vorteil lässt sich ein Routinier wie er natürlich nicht nehmen und führte diesen zum x-ten Mal in seiner Karriere zum Sieg (6:2).

Everswinkel wurde damit klar unter Wert bezwungen, aber für uns geht das Jahr versöhnlich zu Ende. Weiter geht’s im neuen Jahr mit einem Auswärtsspiel in Münster beim SK 7.

Ich wünsche allen Schachfreunde ein besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Daniel Tillkorn.