SF Beelen III – SF Drensteinfurt I                                      2,5 – 5,5

Guter Start.

Zum Saisonstart am 02.September ging es für die erste Mannschaft zum Bezirksliga-Absteiger aus Beelen. Wir mussten Daniel, Paul und Thomas ersetzen, die anderweitig verhindert waren, so früh im September hatte noch keiner mit dem ersten Spieltag gerechnet. Dafür erklärten sich Christophe, Frank und Johann dankenswerter Weise für einen Einsatz bereit. Yannic gab sofort die Parole aus, dass vorne und hinten massiv gepunktet werden müsste, während die Mittelbretter 4 und 5 klammern dürften – dazu später mehr.

Die Beelener sind Bezirksliga-Absteiger, haben die Mannschaft aber wieder mal umgebaut und hatten einige Spieler dabei, die in der Vorsaison noch in der zweiten Mannschaft in der Verbandsklasse gespielt haben. Dafür aber kamen auch sie mit dreifachem Ersatz, wobei allerdings zwei Stammersatzspieler dabei waren, was also nicht unbedingt etwas zu bedeuten hatte.

Gespielt wurde natürlich in der Beelener „Denkbar“, dem vereinseigenen Spiellokal mit angrenzender Wiese, gelegen zwischen den Sportplätzen und der Boulebahn. Diesmal war der Grill nicht angeheizt, dafür gab es belegte Brötchen und Mettendchen – lobenswerte Gastfreundschaft, ich spiele gerne in Beelen. Beim nächsten Mal soll auch der Analyseraum fertig sein, dann schmeißen wir auch für eine neue Kaffeemaschine zusammen…

Zu den meisten Partien kann ich gar nicht viel sagen, da ich mich nach meiner Pause mehr auf meine eigenen „Fähigkeiten“ konzentrieren wollte. Mein Gegner wählte eine nicht leicht zu spielende Eröffnung (Bird), als er im achten Zug drohen wollte, im Zentrum mit e3-e4 vorzugehen, übersah er leider, dass dadurch der Bauer auf e3 zwischenzeitlich hing. Damit fehlte ihm die wesentliche Stütze seiner Stellung. Nachdem er dann bei zwei weiteren Versuchen, seine Stellung zu aktivieren, noch zwei Bauern einstellte, war die Partie entschieden. Das hört sich jetzt so an, als ob es sehr schnell ging, aber die Kollegen waren schneller:

Bei meinem einzigen Rundgang während der Partie nach nur einer Stunde Spielzeit hatte ich gesehen, dass Roland schon sehr gut stand, einen Mehrbauern und die überlegene Figurenstellung hatte. Damit war die Führung erzielt. 1 – 0

Marco hatte lt. Yannic einen „Grand-Prix-Angriff“ nicht optimal behandelt (Zitat Marco: Was ist das denn?), sich dann nach rechts und links umgesehen und beschlossen, es wäre Zeit für ein elegantes Remisangebot, bevor er irgendetwas am ersten Spieltag übers Knie brechen würde. 1,5 – 0,5

Dann müsste es Frank gewesen sein, der den nächsten halben Punkt beisteuerte. Ich meinte erst, dass er einen Vorstoßfranzosen misshandelt hätte (mit Lb5), Yannic sagte mir aber, es wäre eine Rossolimo-Variante mit e6 gewesen (Zitat Frank: Was ist das denn?). Aber: Frank hatte sich einen schönen Königsangriff aufgebaut, wie Marco berichtete, hätte die Analyse ergeben, dass da auch mehr als Remis durch Dauerschach drin gewesen wäre. 2 – 1

Johann meinte nachher zu mir, er hätte gesehen, dass ich erst im achten Zug wäre, während er schon 14 hinter sich hatte. Daraufhin hätte er beschlossen, langsamer zu spielen. Weise Entscheidung! So konnte er den Königsangriff des Gegners stoppen und im Zentrum kontern: 3 – 1

An dieser Stelle durfte ich dann den vierten Punkt beisteuern: 4 – 1

Martin stand zu diesem Zeitpunkt bereits überlegen und konnte eine Mehrfigur vorweisen. Das machte ihn mutig und er holte zu einem fulminanten Damenopfer aus, um anschließend mit Abzugschach und Bauernumwandlung Matt zu geben. Leider war es kein Matt. Aber: Der Gegner glaubte ihm aufs Wort und gab beim Damenopfer sofort auf. Ein neuer Fall für die Legenden des SFD! 5 – 1

Damit hatten unsere Mittelbretter unübertreffliche 2/2 geholt und damit Yannics Prognose ad absurdum geführt. Seine eigene Partie wollte er daher anscheinend ebenfalls unbedingt gewinnen, allerdings hatte er es mit einem routinierten alten Bekannten zu tun. Der hielt den Laden zusammen, erst in der (beidseitigen) Zeitnotphase schaffte Yannic es, ihm wirkliche Probleme zu stellen. Bzw. hätte es beinahe geschafft, wenn er nicht in einem „blond moment“ Angst vor der eigenen Courage bekommen und Remis angeboten hätte. Schade, das hätte der Gegner erst noch halten müssen: 5,5 – 1,5

Und auch Christophe fühlte sich durch Yannics Prognose vor der Partie motiviert, seine gut stehende Partie (Mehrqualität gegen Mehrbauern) auf Gewinn weiterzuspielen. Allerdings kam er dabei in Zeitnot, mit 30 s pro Zug ist ein kompliziertes Schwerfigurenendspiel auch bei Mehrqualität nicht trivial. M.E. hat er in den letzten Zügen vor der Zeitkontrolle die Struktur so verändert, dass ein Gewinn schon sehr schwierig wurde, da der Gegner einen starken Springerposten und einen Freibauern bekommen hatte. Nachdem die Konzentration dann durch zweimaliges Korrigieren der Uhr gelitten hatte (statt 60 min waren nur 30 min für den Rest der Partie programmiert worden, dann haben wir uns gemeinschaftlich – Asche auf mein Haupt – auch noch bei der Zeit des Gegners verrechnet), stellte er beim Versuch, ein Turmpaar abzutauschen seinen verbliebenen Turm in eine Springergabel. 5,5 – 2,5

Das ging nach allen Sorgen bezüglich der Aufstellung also erstaunlich glatt, m.E. waren die immer sympathischen Beelener mit dem Ergebnis noch gut bedient.

So kann es weitergehen!

Bernd Broeckmann