SF Drensteinfurt I – SK Dülmen III 4:4

Im zweiten Saisonspiel, das wir aufgrund von Feierlichkeiten um eine Woche verschieben mussten, holten wir gegen einen der Aufstiegsfavoriten aus Dülmen ein gerechtes 4:4 Unentschieden.

Bis kurz vorm Anpfiff hofften wir noch auf unser Spitzenbrett, das bis Samstag noch im Urlaub verweilte, doch leider verspätete sich Yannic um ca. 5 Stunden. Dankenswerterweise hielt sich Daniel auf Abruf bereit und sprang kurzfristig für Yannic ein, was sich letztendlich als Glücksgriff herausstellte.

Bis auf Martin kamen alle Spieler ganz ordentlich aus den Eröffnungen und befanden sich nach etwa einer Stunde im Kampfmodus des Mittelspiels. Ich habe zu Beginn nicht wirklich viel auf die anderen Bretter schauen können, doch sah ich direkt, dass bei Martin der komplette Königsflügel auseinanderflog und seine Puppen alle schlecht standen. Er zappelte zwar noch ein bisschen, aber es war einfach nichts mehr zu machen. Dülmen ging früh in Führung (0:1).

Bernd nahm zeitig ein Remisangebot seines Gegners an. Auf dem Brett war nichts mehr los und die schwarze Stellung sah wirklich nicht sehr dynamisch aus. Gerechte Punkteteilung (0,5:1,5).

Thomas konnte ebenfalls ein Remis ergattern. Gerade als ich dachte, dass er einen Bauern verlieren würde, tauschte er mit seinem jungen Gegner die Tanten und teilte den Punkt (1:2).

Nun war ich an der Reihe ins Remisangebot einzuwilligen. Ich war zwar einigermaßen aus der Eröffnung gekommen, hatte aber wohl in der Folge irgendwo ungenau gespielt. Auf jeden Fall konnte mein Gegner den a-Bauern einsacken, was aber aus seiner und meiner Sicht irgendwie nicht gut aussah. In der späteren Partieanalyse stellte sich heraus, dass Weiß hier wahrscheinlich den Gewinn ausließ und lieber den Bauern genommen hätte.

Nach diesem kritischen Moment konnte ich schnell und einfach ausgleichen und nahm das Remisgebot an, da ich zwei Bretter von uns klar auf Gewinn stehen sah (1,5:2,5).

Eines davon war unser achtes Brett. Hier spielte Daniel eine sehr starke Partie und nahm seinem Gegner früh die Qualität ab. Da der gegnerische König in der Mitte festhing, konnte DJ an beiden Flanken angreifen und sorgte für ordentlichen Stress im feindlichen Lager. Irgendwann wurde der Druck zu groß und die Stellung platzte auseinander. Stark gespielt! (2,5:2,5).

Auch an meinem Nachbarbrett sah alles nach einem vollen Punkt für uns aus. Roland kam sehr gut aus der Eröffnung und stand mit Springer und Dame vor des Gegners Haustür. Es drohten ständig Springergabeln auf König und beide Türme. Irgendwann musste sein Gegner die Qualität spucken um Schlimmeres zu vermeiden. Diese Partie wolle ich mir eigentlich nach einer kurzen Pause in Ruhe angucken, da Rolands Gegner als Ausgleich für die Qualle ein sehr starkes Springerfeld bekam. Doch als ich zurückkam hatte man sich überraschenderweise schon auf Remis geeinigt (3:3).

Paul hatte wohl in der Eröffnung einen Bauern gewonnen, was ich nicht gesehen hatte. Manchmal sollte man auch mal die Puppen zählen... Doch mittlerweile war diese Partie total ausgeglichen. Auch hier war Remis das gerechte Ergebnis (3,5:3,5).

Marcos Partie war die letzte, die noch lief und hier stand das Brett in Flammen. Die Zuschauer waren sich alle einig, dass hier jedes Ergebnis möglich war. Marco kämpfte verzweifelt darum endlich ins feindliche Lager eindringen zu können. Mit einem starken Springer und der Dame auf der langen Diagonale stellte er immer wieder Drohungen auf, die sein Gegner aber aufmerksam und routiniert parierte. Als Kompensation hatte dieser alle Königsbauern geschickt und einen starken Freibauern generiert, der im Falle einer erfolgreichen Verteidigung das Rennen machen sollte. Irgendwann waren Marcos Angriffsversuche beendet und sein Gegner konnte Damentausch erzwingen, aber nur auf Kosten von mindestens einem Bauern. Da beiden Spielern nicht wirklich klar war, wer denn nun besser steht (auch die Zuschauer hatten unterschiedliche Meinungen), einigte man sich kurz vor der Zeitkontrolle auf Remis (4:4).

Mit diesem gerechten Unentschieden können wohl beide Teams gut leben.

Weiter geht’s für uns mit einem Auswärtsspiel am 11.11. in Billerbeck.

Daniel Tillkorn