Tabellenführung erobert!

Am ersten Advent ging es für unsere U20-Mannschaft zum zweiten Doppelspieltag nach Sendenhorst.

Eine kurze Erklärung zu den Randbedingungen: In dieser Mannschaft sind alle Spieler einsatzberechtigt, die im laufenden Kalenderjahr noch nicht 20 Jahre alt werden, also U20 sind. In diesem Jahr sind das die Jahrgänge 1999 und jünger. Ob wir auch mal eine U16 starten, hängt noch von den terminlichen und personellen Randbedingungen und natürlich von der Entwicklung der Kids ab. Früher war das die Jugendbezirksklasse, nachdem in den Bezirken Steinfurt und Bocholt aber die Spielerdecke dünner wurde, haben die Bezirke von einigen Jahren ihre Ligen zusammengelegt und führen das jetzt auf Verbandsebene fort. Dabei werden alle teilnehmenden Mannschaften so aufgeteilt, dass nicht zu große Fahrten auftreten - was in diesem Jahr de facto dazu führt, dass es eine VJK Steinfurt/Bocholt und eine VJK Münster (Gruppe B) gibt. Das B ist also in keiner Weise eine Abwertung, sondern nur eine regionale Aufteilung.

Die Ligen spielen mit sechs Mannschaften, doppelrundig (Hin- und Rückrunde) jeder gegen jeden. Dabei trifft man sich hauptsächlich zu Doppelrunden, man spielt also zwei Partien an einem Tag. Damit ist der Reiseaufwand für die manches Mal doch recht kurzen Partien erträglich, die Tage sind auch so nicht allzu lang.


Am ersten Advent ging es also für unsere U20-Mannschaft zum zweiten Doppelspieltag nach Sendenhorst.  Leider hatten mit Finn und Arne zwei Stammkräfte absagen müssen,  dafür war Jonas W. trotz der Weihnachtsfeier seiner Fußballmannschaft am Vorabend bereit, uns auszuhelfen. Am vierten Brett kam unser frischgebackener Bezirksvizemeister U12, der Moritz,  zu seinem ersten Einsatz bei den Großen - zum ersten Mal ging es (theoretisch) über die Langdistanz, die Bedenkzeit beträgt 90 min/40 Züge + 30 min Rest, dazu gibt es einen Zuschlag von 30 s /Zug.

Unser erster Gegner war um 10 Uhr eine Mannschaft aus Münster, die formell unter SK 32 Münster IV lief - die Münsteraner haben aber ca. 30 Kinder gemeldet, aus denen die Mannschaften dann anscheinend nach Bedarf zusammengestellt werden. So waren heute nur ein Spieler dabei, der auch tatsächlich für die vierte Mannschaft gemeldet war, die unteren Bretter hatte man mit Nachwuchshoffnungen aufgefüllt.

Das war sehr schön, denn so konnten wir durch einen recht sauberen Sieg von Moritz in Führung gehen! Sein Gegner hatte eine Vorliebe für Springer und tauschte erstmal seine Läufer gegen Moritz Springer ab. Dann griff er ungestüm mit einem seiner Ponys an, allerdings war nicht ganz klar, was er mit dem Pony auf e2 denn nun wirklich angreifen würde, während der Gaul (so schnell kann sich die Wahrnehmung ändern) dann keinen Rückweg mehr auf die heimische Wiese fand. Mit der Mehrfigur brachte Moritz das dann gut nach Hause! 1-0

Jonas war die Feier vom Vorabend noch deutlich anzumerken, allerdings hätte man meinen können, sein Gegner wäre auch auf der Party gewesen, wenn der nicht viel zu jung dazu gewesen wäre. Die Zwischenstände (wenn ich das richtig erinnere, alles aus Sicht von Jonas): Turm mehr, Turm und Figur mehr, Turm wieder verloren, erneuten Turmgewinn übersehen, Dame gegen Springer verloren (Bilanz: Turm + Figur gegen Dame), Figur verloren (Bilanz: Turm gegen Dame), Randbauer des Gegners gestoppt, dabei Turm eingestellt - Gegner hat es übersehen, Gegner stellt Dame gegen Turm ein, Freibauer ist schneller - Sieg mit Mehrdame. Doppelter Cognac für die Betreuer. 2 - 0

Anton hatte seinen Gegner ganz gut im Griff, als ich mal schaute, hatte er sich gut aufgestellt und leichten Angriff auf den in der Mitte verharrenden König. Danach gab es wohl schnellen Materialgewinn : 3 - 0

Den Schlusspunkt durfte Leon setzen, der es mit der Bezirksmeisterin U12 zu tun hatte. Die beiden sind wohl DWZ-mäßig auch vergleichbar und lieferten sich einen verbissenen Kampf, der im Endspiel mit Remis endete. Hier wurde auch mal etwas Bedenkzeit ausgenutzt - wozu hat man sie schließlich.

Damit war der erste Kampf 3,5 - 0,5 gewonnen, bei der VJK ist das dann ein 11 - 5 - für das Antreten gibt es für jedes Brett schon einen Punkt, es steht also 4 - 4, wenn die Partien beginnen, wird ein Brett freigelassen, so steht es halt 3 - 4. Danach gibt es für jeden Sieg 2 Punkte, Remis 1 Punkt und Niederlage natürlich 0 Punkte. Wenn man ein Brett freilässt, muss man dann eben nicht nur eine, sondern zwei Partien mehr gewinnen, als der Gegner, sonst hat man den Kampf verloren. Gleiches gilt für die Mannschaftspunktwertung. Alle Ergebnisse findet man übrigens unter https://www.svmuensterland.de/jugendmannschaft/u20/u20-vjk-b.html.

Nach kurzem Verschnaufen ging es dann gegen 12:30 Uhr gegen die 3. Mannschaft des SK Münster 32. Diese Truppe hatte vorher seit 10 Uhr untätig bleiben müssen, weil die Mannschaft aus Ostbevern/Westbevern leider nicht den Weg nach Sendenhorst gefunden hat. Unsere ausgelaugten Kämpen mussten also gegen eine ausgeruhte Truppe antreten:

Anton packte erstmalig eine für ihn neue Eröffnung aus, für die ich ihn im Geheimen mit Literatur versorgen musste, damit Finn nicht zu früh davon erfährt. Er kombinierte dann in der Eröffnung zwei Systeme in völlig neuer Manier miteinander, allerdings war der Gegner davon offensichtlich so verwirrt, dass er einen wichtigen Zentrumsbauern einstellte. Danach verlor er etwas den Überblick, so dass Anton nacheinander zwei Figuren und eine Qualität gewann, so dass sein Gegner mit Minusturm und Minusfigur dann aufgab. 1 - 0

Für Moritz lief die zweite Partie nicht ganz so erfolgreich, sein Sizilianer wurde von seinem deutlich routinierteren Gegner energisch angegriffen. Mit einem Bauernopfer lockte er die gegnerische Dame in eine Zugwiederholung - leider hat er diese Zugwiederholung selber nicht gesehen, sonst hätte  er Remis machen können. Wenig später war eine Figur weg und die Partie vorbei. 1 - 1

Leon spielte seine Partie ganz stark: schon als ich das erste Mal schaute, hatte er einen Freibauern auf der sechsten Reihe, der von allen Figuren angeschoben wurde, während des Gegners Königsstellung in Trümmern lag. Getreu des alten Wahlspruches: „Wenn Du Matt setzen oder die Dame gewinnen kannst - nimm die Dame, man weiß nie, ob der König nicht noch ein Feld hat!“ eroberte er dann die Dame des Gegners zzgl. einer Qualität, er hätte auch einzügig Matt setzen können, aber Schwamm drüber. 2 - 1

Jonas brachte wieder den Puls in Wallung, aber nicht ganz so extrem, wie in der ersten Partie. Diesmal war es nur Mehrfigur, Turmeinsteller und dann Figurenrückgewinn, bevor man sich mit Turm + 2 Springer (Jonas) gegen zwei Türme (Gegner) auf ein Remis der Stärke einigte. 2,5 - 1,5 bzw. 9 - 7.

Damit haben wir mit einer makellosen Weste (vier Spiele - vier Siege) die Tabellenführung übernommen, jetzt geht es nur noch vor Weihnachten (voraussichtlich am 23. Dezember im Kulturbahnhof, achtet auf die Terminliste auf der Homepage!) gegen die Truppe aus Ostbevern/Westbevern. Die ist zwar nominell sehr gut besetzt, aber so wie sich unsere Jungs präsentieren brauchen wir davor keine Angst zu haben. Anschließend erfolgt die Rückrunde im Neuen Jahr!


Bernd Broeckmann