AUFSTIEG!

SFD - Ost/Westbevern 2:2

„Am heutigen 27.Januar gab es im Kulturbahnhof einen Doppelspieltag der Verbandsjugendklasse U20 Gruppe B. Dabei sollen eigentlich alle sechs Mannschaften dieser Klasse an einem Ort zusammenkommen und zwei Runden der Liga spielen. Leider musste Münster zwei Mannschaften absagen, den Termin zwischen den eigenen Mannschaften wird man noch nachholen, wir bekommen die Punkte „geschenkt“, d.h. der Tag begann für uns mit einem kampflosen Sieg.“

So hatte ich meinen letzten Bericht eingeleitet, man tausche den 27. Januar gegen den 24. Februar und das Wort „begann“ gegen das Wort „endete“ und schon stimmt wieder alles. Wenn so etwas mal mit einer Mannschaft passiert (z.B. weil alle Spieler gemeinsam auf einer Skifreizeit sind, wie dies bei Münster III beim letzten Mal der Fall wahr), kann man das noch akzeptieren. Wenn das aber zweimal hintereinander mit zwei Mannschaften eines Vereines passiert, ist das nicht mehr ärgerlich, sondern mir fallen noch viel ärgere Schimpfwörter ein. Am Samstagabend telefonisch um 20:30 Uhr abzusagen, wenn im Kulturbahnhof schon aufgebaut ist, ist einfach gedankenlos gegenüber dem Ausrichter. Ganz zu schweigen davon, dass ich wieder zwei Stunden im Kulturbahnhof einen Mannschaftskampf fremder Mannschaften betreuen durfte.

Zum sportlichen:

Unser Gegner waren die uns schon so vertrauten Kollegen aus Ostbevern/Westbevern – im Dezember hatten wir das Hinspiel, im Januar hat unsere dritte Mannschaft gegen Ostbevern/Westbevern gespielt, vor vier Wochen waren die Kollegen beim ersten Doppelspieltag, jetzt also der Rückkampf. Leider war Zifan nicht dabei, dafür war es auch ruhiger als beim letzten Mal…

Leon hatte seinen jungen Gegner gut im Griff, nach ordentlicher Eröffnung sammelte er zunächst eine Qualität, dann eine Figur ein, bevor er zum Abschluss ein Grundreihenmatt anbringen konnte. 1 – 0

Nebenbei: Leon ist unser Topscorer in der VJK – er war bei allen Mannschaftskämpfen dabei und hat dabei (ohne die kampflosen Siege!) 6,5 Punkte aus 7 Partien geholt.

Arne spielte sein sinnenverwirrendes Englisch, zumindest ließ der Gegner schnell einen Zentralbauern stehen. Anschließend spielte er ganz druckvoll auf Angriff, erst als dann beide Spieler übersahen, dass ein Läufer eigentlich sofort mit der Dame hätte wiedergenommen werden können (Arne hätte nicht abtauschen dürfen – danach wäre die Königsstellung sehr schwach geworden, sein Gegner meinte, es wäre noch stärker, zunächst den Turm anzugreifen, worauf Arne den Läufer wieder quer übers Feld zurückziehen konnte) neigte sich das Pendel zugunsten von Arne, der sich dann trotz einiger taktischer Klippen die Butter nicht mehr vom Brot nehmen lies (2 – 0).

Arne hätte vermutlich noch weiter spielen wollen, er war am Samstag ja nicht in der Kreisklasse aktiv, sondern durfte im Rahmen einer Mathe-Olympiade an einem Simultanspiel teilnehmen – immerhin gegen Melanie Lubbe, Großmeisterin der Frauen und vielen von ihren Videos und Beiträgen bei chess24.com und lubbe-schach.de bekannt. Trotz der Niederlage scheint ihn das noch mehr motiviert zu haben.

Anton hatte seine Standarderöffnung gespielt, allerdings spielte sein Gegner eine Nebenvariante, in der man sich eben nicht standardmäßig entwickeln sollte. Die übrigen anwesenden Experten dieser Eröffnung (Finn und Yannic) verzogen sofort das Gesicht – angeblich ist die Stellung dann schon in der Eröffnung fast aufgabereif. Beim Nachspielen fand ich das gar nicht so schlimm, schlimm war nur, dass Anton irgendwann einen wichtigen Bauern auf f7 eingestellte, wonach auch e6 und g7 schwach wurden. Als dann beim verzweifelten Versuch, noch was zurückzuholen, ein Turm verlustig ging, gab er auf. 2 – 1

Finn spielte eine ganz erbitterte Partie gegen seinen Gegner – übrigens ebenfalls mit Antons Standarderöffnung. Beide Spieler ließen sich für VJK-Verhältnisse sehr viel Zeit – Gesamtspieldauer ca. 3 ¾ h. Vergleichsweise früh wurden die Damen getauscht, Finn handelte sich einige strukturellen Schwächen ein, die er versuchte, durch Druck auf der halboffenen g-Linie zu kompensieren. Leider verliefen sich wohl seine Türme dabei ein wenig, kurz vor Schluss stand einer der beiden auf f4 – eingerahmt vom weißen Bauern auf f2 und f3 und einem schwarzen Bauern auf f5, mit seitlichem Blick auf den Bauern d4. Der Gegner hatte es zwischenzeitlich geschafft, mit seinen Türmen wohl über die halboffene b-Linie einzudringen, die beiden standen auf c2 und b2 – und Finns König gar nicht glücklich auf d3. Um das Matt zu verhindern, muss Finn den Turm geben, danach war es vorbei – 2 – 2.

Das waren die beiden Punkte, die uns noch zum Aufstieg gefehlt hatten, die drei Punkte für den Kampf gegen Münster hatten wir ja geschenkt bekommen. Einen letzten Punkt bekommen wir ja auch noch für das Antreten in der letzten Runde, damit hätten wir die sechs Punkte aus dem letzten Spielbericht erreicht! Leider fiel die Feier recht kurz aus bzw. komplett ins Wasser – nach der Vereinsmeisterschaft am Freitagabend, dem Mannschaftskampf in der Kreisklasse am Samstag (4,5 – 1,5 gegen Münster VIII gewonnen) und dem oben geschilderten Kampf in der U20 waren einige froh, dass es vorbei war.

Ostbevern/Westbevern schlug am Nachmittag übrigens innerhalb von 1 h die Mannschaft vom SK 32 III mit 3 – 1 – aber wir hatten es ja schon aus eigener Kraft geschafft.

Der nächste Termin ist die zentrale Endrunde aller Verbandsjugendligen und –klassen des Schachverbandes Münsterland am 17.März um 11 Uhr in Steinfurt. Anschließend findet dort das Jugendmannschaftsblitzturnier um den Silbernen Lorbeer statt. Vormerken!

Bernd Broeckmann