Verbandsjugendliga (VJL)

Guter Abschluss eines schönen Jahres - Intern und Extern.

In der letzten Zeit hat meine Chronistenpflicht leider hinter anderen Verpflichtungen zurücktreten müssen, so dass ich hier nur ganz kurz von den letzten Spieltagen der U20 und unserem internen DWZ-Turnier berichten möchte. Außerdem möchte ich einen kleinen Vorgeschmack auf den Januar/Februar geben - es ist viel los.

Verbandsjugendliga (VJL) U20

Am 17. November stand die Verbandsjugendliga mit einem Heimspiel gegen Südlohn auf dem Programm. Tilly war für mich als Mannschaftsführer eingesprungen - eigentlich mehr als Betreuer, da Finn der etatmäßige Stellvertreter ist. Schon nach wenigen Minuten erhielt ich positive Meldungen, wer alles besser stünde, war aber nach einer Stunde leider teilweise revidiert werden sollte. Nun gut, ich war nicht dabei, daher will ich mir kein Urteil erlauben. Am Ende stand ein deutlicher 4,5 - 1,5 Erfolg - der dritte Sieg im dritten Spiel. Für Einzelergebnisse schaut bitte unter SVmuensterland.de und dann unter Jugend - Mannschaften - U 20 VJL nach.

Somit gingen wir am 15.12. als Tabellenzweiter in das vermeintliche Spitzenduell der Liga - wir trafen auf den Spitzenreiter SK Münster 32 II, der die Tabelle mit 6 - 0 Mannschaftspunkten anführte (ja, ist Jugend, daher eigentlich 9 - 3). Außerdem hatten die Münsteraner von bislang 18 gespielten Partien nicht weniger als 16 gewonnen - eine eindrucksvolle Bilanz. Unser Ziel daher: Ein Punkt - und zwar ein Brettpunkt.

Die Münsteraner waren an uns an allen Brettern nominell und altersmäßig deutlich überlegen, was besonders an den beiden letzten Brettern auffiel, wo auf Münsteraner Seite zwei U18 oder gar U20 Spieler aufgeboten wurden, während bei uns mit Moritz und Henri (der für Leon spielte) zwei U12 Spieler aufliefen.  Beide wehrten sich nach Kräften, bei beiden sah das auch lange gar nicht sooo schlecht aus, aber die größere Routine und natürlich auch Spielstärke sorgten hier schnell für klare Verhältnisse 0 - 2

Anton hatte es an Brett 2 mit einem seltsamen Abspiel des Weißen zu tun - der ganze Raum, der ihm geschenkt wurde, scheint sich nicht positiv ausgewirkt zu haben - plötzlich war eine Figur weg. 0 - 3

Erik hatte es mit einem „alten Bekannten“ zu tun - die beiden kennen sich aus Bezirksmeisterschaft, Verbandsmeisterschaft, NRW-Meisterschaft und wieder Bezirksmeisterschaft. Und vermutlich noch von dem ein oder anderen GrandPrix-Turnier. Hier gab es eine blockierte Zentrumsstellung und während Schwarz rechts nicht weiterkam (also am Damenflügel) konnte Weiß ebenfalls rechts (Königsflügel) erfolgreich durchbrechen:
0 - 4

Sollte unser Ziel zu hoch gegriffen sein? Wir waren die Ruhe selbst, denn unser Praeceptor hatte ein kühnes Königsgambit ausgepackt, schon nach wenigen Zügen einen spektakulären Einschlag vorgenommen (nach seiner Aussage kein Opfer, sondern eine einfache Kombination mit Materialgewinn). Hier war es der Gegner, der sich lange noch selber quälte, bevor er die Sinnlosigkeit des Unterfangens einsah 1 - 4

Und auch am letzten noch spielenden Brett waren bei Arne noch alle Möglichkeiten offen. Beide Spieler nahmen die Möglichkeit, nach 20 Zügen Remis zu machen, nicht wahr - obschon der Kampf entschieden war, wurde kein Angebot vernommen. War hier auch noch eine Rechnung offen? Irgendwann eroberte Arne einen Bauern des Gegners, so dass sich ein Endspiel mit fünf Bauern plus Springer gegen vier Bauern plus Läufer ergab. Nach dem Abtausch der a-Bauern waren noch vier gegen drei Bauern übrig, alle am Königsflügel. Leider sind solche Endspiele so oft von einem Tempo abhängig… Arne versäumte es, seinen h-Bauern zwecks Bindung des gegnerischen Königs an den eigenen h-Bauern vorlaufen zu lassen, tänzelte noch einen Zug herum - und lies den Bauern dann laufen, als der gegnerische König ein Feld zu nah war. Dazu musste der Gegner aber auch einen Bauern kurzzeitig opfern und sehen, dass er alles zurückbekommen würde - das sollten wir dem Rest im Training als Aufgabe unterjubeln. Aber so: 1,5 - 4,5

Wieder Ziel erreicht, wir sind immer noch Tabellendritter, viel passieren kann uns nicht mehr, wir gehen die letzten drei Spieltage entspannt an.

Jugendturniere - intern und extern

Vom 01. -03. November trugen wir im heimischen Kulturbahnhof die Bezirksjugendeinzelmeisterschaften (BJEM) für die Altersklassen U10 - U12 - U14 - U16 und U18 aus. Der Bahnhof ist wirklich super dafür geeignet, in der ersten Etage konnten die einzelnen Gruppen gut untergebracht werden (bis zu vier Spielsäle parallel), während im Jugendtreff das Analyse- und Kommunikationszentrum mitsamt der Turnierleitung angesiedelt wurde. Wir hatten für die Verpflegung zu sorgen, was dank Heri und vieler helfender Eltern prima gelang. Wenn wir es jetzt im nächsten Jahr noch schaffen, so auf den Termin einzuwirken, dass nicht immer der „andere Vorsitzende“ verhindert ist, wäre alles gut. Aber immerhin wechseln wir uns schön ab.

Leider fand von den „normalen“ Mitgliedern nur Paul den Weg in den Bahnhof, um mal zu kiebitzen und mitzudiskutieren. Das ist ausbaufähig - wir bieten diese Veranstaltungen auch an, um das Vereinsleben zu bereichern. Davon wird leider kein Gebrauch gemacht.

Positiv war, dass die Teilnehmerzahl im Vergleich zum Vorjahr nochmal um 25 % auf knapp 50 Teilnehmer angestiegen war, davon waren 10 Teilnehmer aus unserem Verein. Die Turniere liefen wie gewohnt - U10 und U12 sehr zügig und lebhaft, die U14 schon deutlich gesetzter und bei der U16/U18 z.T. sehr langwierig - die zweite Runde eines Tages fing dann entsprechend spät an. Von unseren Jungs konnten sich insbesondere der Noah (6 Jahre) in der U10 (3. Platz), Moritz in der U12 (Qualifikation für Verbandsmeisterschaft) und Arne in der U16 (Nachrücker für die Verbandsmeisterschaft) behaupten. Erik scheiterte knapp an der Qualifikation.

Intern gab es auch noch einige Jugendturniere, von denen noch zu berichten ist:

Den Jugendpokal (KO-System, Schnellschach) sicherte sich in diesem Jahr zum ersten Mal Arne, der im Finale Moritz bezwang. Dritter wurde Erik vor Kiara.

Im anschließenden DWZ-Jugendturnier (10 Teilnehmer in zwei Gruppen, Bedenkzeit 90 min + 30 s/Zug, erweitertes Rundensystem) siegte in der A-Gruppe überraschend Kiara, die Moritz schlagen konnte, der gegen Arne gewonnen hatte, aber gegen Erik verlor, während Erik gegen Arne verlor. Da Erik und Arne gegen Kiara jeweils Remis spielten - wie, Ihr könnt nicht folgen?

Nochmal:
Kiara: Remis gegen Arne und Erik, Sieg gegen Moritz
Arne: Remis gegen Kiara, Sieg gegen Erik, aber Verlust gegen Moritz
Erik: Remis gegen Kiara, Verlust gegen Arne, Sieg gegen Moritz
Moritz: Sieg gegen Arne, aber Verluste gegen Kiara und Moritz.

Und wenn Moritz den Turmeinsteller von Kiara abends um halb zehn gesehen hätte (war wohl für beide spät…), hätte alles anders ausgesehen.

Es siegte also Kiara (5/6) vor Arne und Erik (4,5/6) und Moritz (4/6). Versteht sich, dass diese vier ansonsten keine Punkte abgaben.

In der B-Gruppe legte Henri los wie die Feuerwehr und gewann die ersten vier Runden, auch weil ihm ein wenig das Losglück zulächelte. Da Kiron zwischendurch gegen Johann mal eine Partie liegen ließ, war der Drops schon gelutscht, daran änderte auch sein Sieg im Prestigekampf mit Henri nichts.

Ziel des Turnieres war es, den jungen Spielern mehr Spielpraxis unter Turnierbedingungen zu geben. Ich denke, dass ist gelungen. Noch nicht so gelungen ist das zweite Ziel, weitere Spieler an das Spiel in den Mannschaften heranzuführen, hier klafft immer noch eine deutliche Lücke.

Ausblick auf 2020

Und wer bis hierher gelesen hat, darf sich im nächsten Jahr auf folgende Veranstaltungen freuen:

ab 17. Januar: U14 Stadtmeisterschaft (7 Rd. Schweizer System, bis Mai)
ab 24. Januar: Vereinsturnier (für alle, 7 Rd. Schweizer System, bis Mai)
02.02.: U12 Verbandsjugendmannschaftsmeisterschaften bei uns im Kulturbahnhof
01.03.: U14 Verbandsjugendmannschaftsmeisterschaften (Ort kenne ich noch nicht)
08. März: Saisonabschluss U20 mit Mannschaftsblitzturnier ( in Steinfurt)
ab 15. März Start der U16 Verbandsjugendklasse

Bis dahin wünsche ich schöne Feiertage und einen guten Rutsch ins Neue Jahr!


Bernd Broeckmann