Verbandsjugendliga (VJL) U20

Vizemeister der U20 Verbandsjugendliga!

Nachdem wir im Januar in Ahaus mit 3,5 - 2,5 gewonnen hatten und auch im Heimspiel gegen Borken im Februar mit 4,5 - 1,5 die Oberhand behielten (Einzelergebnisse siehe hier) , ging es heute als Tabellenzweiter zur zentralen Endrunde aller U20 Ligen im Schachverband Münsterland. nach Steinfurt. Im dortigen Rathaus traten unter großzügigen räumlichen Bedingungen die Verbandsjugendliga und beide Verbandsjugendklassen zur ihrer jeweils letzten Runde an. Insgesamt waren 22 Mannschaften mit über 100 Jugendlichen versammelt.

Unser Gegner aus Raesfeld/Erle lag einen Mannschaftspunkt hinter uns auf dem dritten Tabellenplatz, so dass es ein Endspiel um die Vizemeisterschaft gab. Wir spielten mit der Stammaufstellung, lediglich am letzten Brett war Johann eingesprungen.

Der war auch als erster fertig, da Raesfeld/Erle überraschend das letzte Brett freiließ. Überraschend deshalb, weil Bretter auch in der Jugendliga abgesagt werden müssen. Für Johann hieß das, die Fahrt ziemlich umsonst auf sich genommen zu haben, immerhin gab es ein 3-0 für die Mannschaft geschenkt (drei Punkte für den Sieger, normalerweise gibt es einen Punkt für den angetretenen Verlierer,  bei kampflosen Brettern gibt es null Punkte fürs Nichtantreten). Apropos Johann: Er war auch in Ahaus und gegen Borken mit dabei und hat sich mit 1,5 Punkten aus zwei Partien glänzend in der U20 eingeführt! Weiter so!

Den nächsten Punkt fuhr Moritz an Brett 5 ein. Nach gewohnt ruhiger Eröffnung konnte er dem Gegner erst einen, dann einen zweiten Bauern abgraben, die er dann sicher verwandelte. 6 - 1

Finn hatte es natürlich an Brett 1 mit einem starken Gegner zu tun - wenn ich mich recht entsinne, habe ich gegen den Betreuer (Vater des Spielers) auch schon mal in Hamm geblitzt. Erkannt habe ich ihn nicht - damals trug er Anzug und Krawatte, heute eher Räuberzivil… Und auch den Sohn würde ich heute bei weitem nicht mehr so leicht umschubsen, wie damals beim Ostereierblitzen (Gründonnerstag in Hamm, vormerken!).  Finn lief wohl in eine Spezialvariante, in der sich Vater und Sohn auskannten - wir leider nicht. Finn griff dann etwas ungestüm an, so dass ihm bald die Stellung auseinanderfiel. 7 - 4

Dann waren wir aber wieder an der Reihe: Zunächst sah es so aus, als ob alle Partien hart umkämpft wären, aber Erik schaffte es, der Gegnerin einen Bauern nach dem anderen abzuluchsen, so dass am Ende zwar ungleichfarbige Läufer, dafür aber drei verbundene Mehrbauern zu Buche standen. Zwei davon gab Erik für ein leicht gewonnenes Endspiel. 10 - 5

Damit war der Mannschaftskampf schon entschieden - wenn man eine Partie kampflos abgibt, gibt es in der Jugend kein 3 - 3 mehr, sondern dann wird es 12 - 11.

Anton stand in einer sehr komplexen Partie stark unter Druck, die Bauernketten hatten sich ineinander verkeilt, sein um g6 erweiterter Stonewall hielt aber diesmal Stand. Zwar hatte er dann irgendwann einen Turm mehr, aber dafür waren Linien gegen den König geöffnet und das Läuferpaar drohend aufgefahren - sehr unübersichtlich. Aber nicht nur Anton hatte seine Probleme - auch der Gegner hatte massiv Zeit verbraucht und hat die erlaubte Bedenkzeit dann letztendlich überschritten. 13-6

Jetzt spielte nur noch Arne, der sich im Mittelspiel zwei Bauern der Gegnerin geschnappt hatte und bereit war, dafür einen stark erscheinenden Angriff über sich ergehen zu lassen. Aber auch hier hielt die Verteidigung stand, Arne konnte sich befreien und seinerseits zur Attacke blasen - die Saison wurde mit einem Matt standesgemäß abgeschlossen! 16 - 7 oder nach normaler Wertung 5-1 gegen den Tabellendritten!

Es gab mal eine amerikanische Meisterschaft, bei der der Schiedsrichter in der Siegerehrung dem Zweitplatzierten zum Turniersieg gratulierte und anschließend Fischer für die Vorstellung dankte. Dieser hatte gerade das Turnier mit 10 oder 11/11 vollkommen dominiert!

Ähnlich war es in unserer Liga: Um den Meistertitel ging es nicht, zu überlegen hatte der SK Münster 32 II die Liga beherrscht und ungeschlagen zum Schluss über 90 % der möglichen Punkte erreicht. Der zweite Platz unserer Jungs, immerhin des Aufsteigers des vergangenen Jahres, ist daher ein Riesenerfolg! Sechs gewonnene Mannschaftskämpfe, nur eine Niederlage gegen Münster - besser geht es nicht. Erfolgreich war insbesondere die Achse der Bretter 3 - 6 (Arne ungeschlagen mit 5,5/6, Erik und Moritz brüderlich mit 5,5/7 (und der gleichen Reihenfolge der Ergebnisse) und egal wer am letzten Brett gespielt hat (Leon, Henri, Johann, Levin): da gab es auch nochmal 5,5/7.

Danke, Jungs!

PS: Am nächsten Sonntag startet die U16 Saison (Verbandsjugendklasse) mit einer Doppelrunde in Senden. Heimspiele sind am 29. März und 26. April 2020, jeweils ab 10 Uhr im Kulturbahnhof. Besucher sind herzlich willkommen.


Bernd Broeckmann