Verbandsjugendliga (VJL) U20

Auf Regen folgt Sonne und dann wieder Regen.

Nachdem wir dem Aufstieg wohl glücklich entronnen waren, hatten wir unsere nächste Verabredung in der U20 VJL in Borken, wobei wir diesmal das Pech hatten, fahren zu müssen. Insgesamt war uns die Auslosung mit drei Heimspielen gegen Mannschaften aus dem Kreis Borken jedoch mehr als hold. Wie immer – stärkste Besetzung, das Wort Ersatz kennen wir bislang nicht. Leider der Gegner auch nicht, so dass ein Brett frei blieb – eine Absage wäre schon nett gewesen, dann hätte Kiron nicht die lange Fahrt mitmachen müssen.

An den Brettern ergaben sich schnell spannende Partien, die einen engen Kampf erwarten ließen. Eriks Gegner war zwar nicht der Größte, wehrte sich aber tapfer und gab doch mal was zu denken. Aber letztendlich reichte es nicht und wir führten 2-0.

An den anderen Brettern kippten die Partien dann ganz langsam zu unseren Gunsten. So konnte zunächst Moritz gewinnen – bevor der Umzug anstand: Pöbelnde Jugendliche auf dem Vorplatz, die ihren Sonntagsblues an den Scheiben des Jugendzentrums ausließen, weil sie sich durch uns provoziert fühlten, machten einen kurzfristigen Umzug angeraten. Ohne ihr Pöbelobjekt war es den Chaoten dann langweilig und sie zogen sofort weiter.

Zunächst konnte Arne dann nach dem Umzug seinen Stellungsvorteil verwerten, bevor auch Kiara in einer engagiert vorgetragenen Partie ihren Freibauern siegbringend in Szene setze. Ledig Maurice musste an Brett 1 die Segel streichen und den Borkener Ehrentreffer zulassen. Aber 5 – 1 – nach dem Regenschauer gegen Raesfeld wähnten wir uns wieder auf der Sonnenseite.

Schon 14 Tage später stand der nächste Spieltag an – diesmal gegen die starke Bocholter Truppe, die auch nur den Kampf gegen Raesfeld verloren hatte. Und auch dies soll für Raesfeld glücklich gewesen sein, was durchaus glaubwürdig ist, denn die Bocholter Truppe hinterließ einen bärenstarken Eindruck im Kulturbahnhof. Vom Start weg hatten wir an allen Brettern zu kämpfen, von der noch gegen Raesfeld gelobten Eröffnungsüberlegenheit unserer Truppe war hier nichts zu sehen. Im Gegenteil, schon nach einer Stunde sah es einigermaßen bedenklich nach einer Niederlage aus – an zwei Brettern hatten wir ein bisschen, an einem Brett hatten wir nichts, an drei Brettern gab es Probleme...

Kirons Gegner spielte zwar seine dem Vernehmen nach erste Turnierpartie, war aber kein kleiner Junge, sondern ein älterer Jugendlicher (zumindest deutlich älter als Kiron) und wusste auch schon recht gut, wo die Puppen hinmüssen. Nachdem er sich lange gut verteidigt hatte und ein Remis in Sichtweite kam, stellte sich dann aber heraus, dass auch nur noch Dame und Springer ein hervorragendes Angriffsduo bilden können – damit ging der erste Punkt von hinnen.

Bei Moritz hatte ich zunächst noch die meisten Hoffnungen, hatte er doch beim Abzählen einen Mehrbauern – aber der Gegner bekam dafür Spiel, so dass Moritz die Bauern zurückspucken musste. Ein Freibauer kostete Material – 0-2.

Kiara hatte es wieder mit ihrer Lieblingseröffnung zu tun, gegen die sie sich auf mein Rezept zurückziehen wollte – wobei ich aber d5 in einem Rutsch spiele und nicht erst d6 und dann d5. So fehlte ein wichtiges Tempo, die Puppen standen sich im Weg und auch hier ging erst der eine, dann der andere Bauer weg. Verloren ohne Gegenchance – 0 – 3

Erik hatte knifflig gestanden, bei ihm war ein Bauer abhandengekommen, es schien nicht gut zu laufen. Aber wie auch immer – der Gegner übersah einen kleinen taktischen Schlag, beim nächsten Abzählen hatte Erik eine Mehrfigur und ließ sich das nicht mehr nehmen. – 1 – 3

Dennoch hätten jetzt Arne und Maurice gewinnen müssen, um den Kampf noch zu retten. Aber während Maurice in einer recht festgefahrenen Stellung nicht mehr als Ausgleich hatte, musste Arne zu diesem Zeitpunkt schon ums Überleben kämpfen, wobei die alte Regel „Turmendspiele mit Mehrbauer sind immer remis, Turmendspiele mit Minusbauer sind immer verloren“ sich diesmal für seinen Gegner bewahrheitete – nach vielen Irrungen und Wirrungen (ohne Analyse erscheint mir doch, dass die Partie öfter zwischen Remis und Schwarzsieg pendelte) wurde es dann doch Remis. In der Analyse – wenn ich das richtig gesehen habe – wurde dann aber übrigens noch gezeigt, dass Arne im Mittelspiel ein paar gute Möglichkeiten ausgelassen hatte – schade. 1,5 – 3,5

Maurice wollte es nach seinen zuletzt durchwachsenen Ergebnissen in der U20 mal allen zeigen und versuchte aus dem Stein noch Wasser zu pressen. Das sah auch zunächst optisch gut aus, er konnte seinen König aktivieren, hatte den guten Läufer (auf der Farbe der Bauern des Gegners) – aber das reicht nicht, wenn der Gegner keine zweite Schwäche hat. Im Bestreben, diese zu schaffen, riskierte Maurice Kopf und Kragen (die Computerbewertung sprang von 0.00 auf +10 – für den Gegner…), hatte dann alle Hände voll zu tun, um die Partie irgendwie noch zu halten, und als sie nicht mehr zu halten war, überschritt der Gegner die Zeit. 2,5 – 3,5

Das Ergebnis ist das gleiche wie gegen Raesfeld – nur da es hier zwischendurch zappenduster aussah, war zum Schluss doch eher Erleichterung vorhanden.

Jetzt freuen wir uns auf den entspannten Schlusspunkt am Sonntag, den 27. März, wobei ich immer noch nicht weiß, ob eine zentrale Runde gespielt wird oder wir ein Heimspiel im Kulturbahnhof haben.

Die U16 spielt am 20. März in Heiden ihre Einzelrunde, hier geht es weiter am 10. April mit dem Saisonabschluss im Kulturbahnhof.

Und dazwischen sind wir am 02. April noch Ausrichter der U14 Verbandsjugendmannschaftsmeisterschaften.

Und auch wenn Ihr da nicht mitspielen dürft: Entgegen anderslautenden Gerüchten freuen wir uns über jeden Besucher und Schlachtenbummler!

Bernd Broeckmann