Erste Mannschaft verliert knapp
SF Olfen – SF Drensteinfurt 17:15
Saisonabschluss mit Schönheitsfehlern
Am letzten Spieltag der Saison verschlug es unsere Erste Mannschaft, wie
schon im letzten Jahr, nach Olfen. Anders als damals, als wir uns mit
einem überraschenden Sieg vor dem Abstieg retteten und Olfen
gleichzeitig die Aufstiegschancen vermiesten, ging es dieses Jahr für
beide Mannschaften nicht mehr um viel: Unser Aufstieg war bereits
sichere Sache und die Olfener waren sicher im oberen Mittelfeld der
Tabelle verortet. Theoretisch hätten wir noch Meister werden können,
dafür hätte Nordkirchen jedoch mindestens einen Mannschaftspunkt an
Telgte abgeben müssen, sodass wir keine großen Hoffnungen mehr hegten.
Als wir dann in Olfen ankamen, legten wir dennoch einen guten Start hin.
Nach nicht einmal einer Stunde durften wir bereits den ersten Brettpunkt
für uns verbuchen, da Tims Gegenspieler in der Eröffnung nicht gut genug
auf seine Figuren aufpasste.

Auch Jo am achten Brett stand zu diesem Zeitpunkt bereits sehr gut, da
sein Gegner ihm sowohl eine Qualität als auch einen Bauern überlassen
hatte, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Nachdem Jo dies souverän zu
einem Sieg verwertete, sah es also bereits sehr gut für uns aus.

Yannic war der Nächste, der seine Saison beendete, indem er sich mit
seinem Gegner auf Remis einigte. Im Nachhinein ärgerte er sich zwar
darüber, dies in einer vom Computer besser bewerteten Stellung getan zu
haben, aber bei einem Zwischenstand von 3-8 ist die Entscheidung doch
auf jeden Fall vertretbar gewesen.
Dann jedoch begann sich das Blatt zu wenden: Kiron, der bisher eine
solide Partie gespielt hatte, passte einen Moment nicht auf und ließ
einen Bauern stehen. Und während der Computer ihm später verriet, dass
die Stellung dennoch zu halten sei, sah er dies im Spiel nicht und gab
somit auf.
Mir selber ging es kurz darauf ganz ähnlich. Vielleicht hatte ich das
überstehen einer Klausur am Vortag etwas zu lange gefeiert, auf jeden
Fall ließ meine Konzentration stark nach, je länger die Partie lief. Nach
knapp 2,5 Stunden – ungefähr die Zeit, die ich in der Nacht zuvor
geschlafen hatte – ließ also auch ich einen meiner Bauern fallen. Und
trotz einiger letzter Zuckungen musste ich mich kurz darauf dem sanften
Zwang eines Bauern auf der Grundreihe beugen.
Damit war unser Vorsprung auch wieder verschwunden, und auch auf den
anderen Brettern sah es nicht gerade rosig für uns aus: Maurice stand am
Königsflügel stark unter Beschuss, manch Einer der bereits mit der
eigenen Partie fertig war, sah die Stellung als komplett verloren, doch
Maurice ließ sich nicht ganz so einfach unterkriegen und konnte seinem
Gegner am Ende doch noch ein Remis abringen.
Auf Kiaras Brett stellte sich die Situation sogar noch schlimmer dar: Im
Verlauf des Mittelspiels hatte sie eine Qualität geopfert, eine
Entscheidung, mit der sie auch im Nachhinein noch zufrieden war. Jedoch
führten einige andere Entscheidungen im Laufe der Partie dennoch dazu,
dass diese fehlende Qualität ihr zum Verhängnis wurde.
Somit war es an Alex, für uns zumindest noch ein Mannschaftsremis zu
erkämpfen. Und genau das versuchte er auch. In einem materiell
ausgeglichenen Figurenendspiel kämpfte er noch fast eine Stunde länger
als alle anderen und konnte sich sogar einen leichten Vorteil
erarbeiten. Leider konnte dann aber eine Springergabel seines Gegners
das Endspiel zu einem Spiel ungleichfarbiger Läufer vereinfachen und
damit alle Gewinnchancen zunichtemachen.
Somit ergab sich das Spiegelbild des Mannschaftskampfes aus dem letzten
Jahr: Der Favorit aus Sicht der Tabelle unterliegt knapp, aber nicht
unverdient.
Endstand: Olfen 17 – 15 Drensteinfurt
von Arne Saphörster
