U 20 : SF Drensteinfurt I – SK Münster II 12:12

U20: Let there be blood – Teil 2

Das zweite Endspiel in der U20 VJL stand an, diesmal gegen die zweite Mannschaft des SK Münster 32 II (die erste spielt Jugendbundesliga). Die Stimmung war gespannt, aber herzlich – zu gut kennen sich die Protagonisten beider Seiten von vielen Bezirks- und Verbandsmeisterschaften. Münster kam – nach verschiedenen Aufstellungssorgen im Laufe der Saison – mit einer richtig guten Truppe, man nahm uns mehr als ernst. Für uns ging die „erste Garnitur“ an den Start.

Für die Dramaturgie: Wir schalten uns hier nach drei Stunden Spielzeit ein. Der Stand: 0 – 0. Dies zeigt, wie schwer gekämpft wurde, grobe Schnitzer gab es nicht wirklich. Und dann ging es Schlag auf Schlag, Gefangene (Remis) wurden nicht gemacht.

Los ging es diesmal an Brett 3, wo Moritz sein Stammsystem mit Schwarz spielte. Leider spielte der Gegner aber eine Variante, gegen die das gar nicht so gut funktioniert. So geriet Moritz schnell in eine beengte Stellung, konnte zwar das Material ausgeglichen halten, aber keinerlei Gegenspiel aufbauen, bis der Gegner durchbrach. 1 – 3

Nachdem sein Gegner eine seltene Variante („computer approved“) spielte, reagierte auch Kiron nicht ganz optimal. Erste „fancy“ Züge konnten zwar noch abgewehrt werden, aber irgendwie kamen Kirons Figuren nicht von den ersten beiden Reihen weg – und irgendwann bracht das dann halt zusammen. 2 – 6

Dafür, dass es nicht ganz einseitig wurde, sorgte dann Tim, der seinen hochgelobten Gegner in einen Sumpf von Verwicklungen führte, aus dem er mit drei Bauern im Plus den besseren Ausgang fand – obschon zuvor alle, die nicht so tief in der Partie drin waren, schon sorgenvoll geblickt hatten. Aber Tim hatte augenscheinlich tiefer geblickt. 5 – 7.

Kiaras Partie habe ich nie recht verstanden, das müsste ich mir nochmal alles angucken. Irgendwie fand ich die Stellung ihres Gegners besorgniserregend, nur um dann festzustellen, dass Kiara die Dame gegen Turm, Läufer und Bauer „gewonnen“ hatte, wobei der gegnerische Mannschaftsführer immer noch sehr gute Chancen für seinen Spieler ausmachte: Läuferpaar, Turmpaar, gedeckter Freibauer, Durchbruchsmöglichkeiten – ich hatte hier längst die Segel der Stellungsbeurteilung gestrichen. Irgendwann hätte Kiara Dauerschach geben können (Remis sehe ich!), wollte aber mehr, musste noch bange Momente überstehen – aber irgendwann kam sie durch: 8 – 8

Arne hatte es am Spitzenbrett mit einem hochkonzentrierten Gegner zu tun, die Kapuze tief über den Kopf gezogen, versuchte er die Außenwelt auszublenden. Die beiden lieferten sich einen komplizierten Sizilianer, nach 20 Zügen hatten beide noch 20 min auf der Uhr. Leider erwies sich die weiße Partieanlage dann aber als nachhaltiger – 8 – 11

Maurice‘ Gegner sorgte für den Kopfschüttler des Tages, als er rochierte – was aber just gar nicht erlaubt war, da der König ein gedecktes Feld übersprang. Also Zeitstrafe und – berührt, geführt – der König musste ziehen und wählte den Weg in die Sicherheit von b8. Maurice blieb aber am Drücker, da er ja quasi mit Mehrturm spielte – der stand nämlich noch auf a8. Eine Zeitlang verteidigte der Gegner das, aber dann konnte Maurice Dame für Turm und Springer bekommen. Er investierte viel Zeit, um bloß nichts falsch zu machen, aber dann brachen die Dämme – den König ereilte auf b8 sein Schicksal. 12 – 12.

 

Were you happy with the draw? Grischuk: “Draw is better than losing and worse than winning”.

Wenn die Supergroßmeister das schon so sehen – es bleibt an der Spitze alles beim Alten. Die Entscheidung fällt jetzt im Fernduell bei der zentralen Endrunde am letzten Spieltag (05. Mai) – wir spielen gegen Münster III, Münster II gegen Raesfeld. Schade, dass sich Raesfeld heute aus dem Aufstiegsrennen vorzeitig verabschiedet hat, das hätte es noch spannender gemacht.

Drückt uns die Daumen!

Bernd Broeckmann